Der Ubercast

Die Beinahekollision im Deutschen Tech-Podcast Luftraum

Bitte halten Sie Ihre Bordkarte bereit, wir beginnen in Kürze mit dem Einstieg. Ihre elektronischen Geräte bitte jetzt einschalten.

Flug #UC008: Emaille und das Märchen vom leeren Posteingangskorb

Diese Woche geht es um das Thema Email. Ihr sollt erfahren, welche Programme von uns genutzt werden, und welche Regeln, was für Plugins und Workflows dahinterstecken.

Überbleibsel

Letzte Woche gab es ja das erste Ubercast Gewinnspiel. Unsere Gäste von Ojective Development haben uns 4 Lizenzen zur Verfügung gestellt (2 Lizenzen für LittleSnitch, 2 Lizenzen für LaunchBar) und hier gibt's nun schwarz auf weiß die Gewinner:

Und wie angekündigt hat Andreas ein paar LaunchBar Actions zusammengeschraubt für sein GitHub Repository:

Überschallneuigkeiten

IBM
Link zum Bild: IBM

Email Management

Hier sind sich noch alle einig: Individuelle und intelligent vergebene Regeln sind neben Shortcuts der Schlüssel zum Erfolg von effizienterem Email-Management.

Sven schiebt nach, dass Inbox Zero nicht heißen muss, dass man 2x am Tag seine Inbox leerfegt. Das löst auch direkt schon ein Zögern bei Andreas aus, der seine Inbox noch nicht auch nur einmal unbedingt komplett blank haben muss.

Was macht man mit Emails?

  • archivieren oder löschen
  • suchen
  • reagieren
    • schriftlich beantworten
    • eine Tätigkeit ausführen und dann beantworten
  • warten

Eine beliebte Herangehensweise ist unter Anderem die 3-Ordner-Taktik, wo nur ein Archivordner benötigt wird, ein Ordner für pausierte Emails (z.B. warten auf eine Antwort) und ein zum dritten ein Aktionsordner der als Todo-Ordner fungiert.

Siehe auch: Empty Your Inbox with the Trusted Trio by Gina Trapani.

Patrick hat das eine Zeit lang ausprobiert, fand es aber nicht praktikabel, da ihm zum schnelleren und besseren Auffinden von Nachrichten noch Tags fehlen würden. Eine Suche nach Tags wäre wiederum nur auf dem Mac möglich, nicht auf iOS und nicht in Netz. Das will er nicht.

Die Taktik kennt Sven auch, er hat aber mittlerweile die Ordnerstruktur weitestgehend durch Tags ersetzt. Überhaupt ist er kein großer Freund von archivieren und fragt kritisch in Runde ob das zwanghafte Archivieren jeglicher Emails überhaupt sein muss. Bei ihm hat sich ein zwei Wochen Grenze herauskristallisiert – länger hebt er die meisten Mails nicht auf.

Passend zum Thema: Merlin Manns Inbox Zero Vortrag.

Die Clients

Apple Mail

Sven ist unser Mail.app Vertreter. Mit seinen Regeln, Plugins und Smartlisten versucht er uns Apples Lösung schmackhaft zu machen.

CC und Mailinglisten unter Kontrolle halten:

  • CC Regel um all Emails bei denen man cc ist in einen separaten Order zu schieben, es sei denn nicht Nachricht ist von hoher Priorität

CC Regel
Link zum Bild: CC Regel

  • Mailing Lists als gelesen markieren und in einen separaten Order schieben mit der Möglichkeit festgelegte Verteilerlisten von der Regel auszunehmen

Mailing Listen Regel
Link zum Bild: Mailing Listen Regel

Die Regeln von Sven sind alle als serverseitige Exchange Regeln mit Microsoft Outlook für Mac implementiert; allerdings können sie in beinahe exaktem Umfang auch serverseitig bei GMail oder iCloud.com implementiert werden (wie auch lokal innerhalb von Mail.app).

Das Lob kommt von Patrick an dieser Stelle, da Sven keine separaten Accounts eingerichtet hat, die ihn im Client dazu zwingen würden die Accounts ständig zu wechseln. Sven färbt alle Mails von Kunden grell-orange ein, damit er weiß was wichtig ist. Wir halten fest: Regeln ≥ separate Accounts. Die "unified Inbox" triumphiert.

Bei der Yosemite Beta von Andreas läuft Mail.app zurzeit nicht so wirklich rund, aber er mag das Programm auch… so viel schon einmal vorweg. Andreas setzt für jedes Projekt einen Ordner auf und archiviert diese dann alljährlich lokal auf seiner Festplatte (und schafft so wieder mehr Raum in Email-Client).

Plugins die Erste:

  • UniversalMailer
    • Behebt den lästigen Mail.app "Bug" durch den Nachrichten auf Windows Outlook standardmäßig in Times New Roman 16pt dargestellt werden egal in welcher Font man sie abgeschickt hat.
  • Svens Workflow mit MailTags und Mail-Act-On
    • Mail Act-On
      • kostenlose Trial Version, dann 24.95 US$
      • Deferral Workflow mit Tickle Dates, Mail-Act-On Rules und Smart Mailboxes
    • MailTags
      • Integration OmniFocus
      • Eingebaute Wiedervorlage (@Waiting, @Reply)

Workflows mit MailTags und Mail-Act-On:

  • Vollständiger Workflow zur Wiedervorlage von Emails als auch zum "Verschieben" von Nachrichten mit denen man sich noch nicht auseinander setzten kann oder will.

Follow Up & Deferral
Link zum Bild: Follow Up & Deferral

  • Zur Wiedervorlage einfach eine Email als "@Waiting" markieren und das Wiedervorlagedatum auf zwei Tage von heute setzten.

Waiting For
Link zum Bild: Waiting For

  • Wenn am Wiedervorlagetag kein Antwort da ist, einfach eine Erinnerung schicken und das Wiedervorlagedatum auf Freitag anpassen.

Tickle on Friday
Link zum Bild: Tickle on Friday

  • Nicht bereit sich mit einer bestimmen Email in Deiner Inbox auseinanderzusetzen? Mehr Zeit zum Nachdenken von Nöten? Einfach um 2 Tage aufschieben.

Defer
Link zum Bild: Defer

Jegliche Art von Todo-Management im Email-Client selbst ist Andreas fremd, er schreibt wenn wirklich was zu tun ist brav seinen OmniFocus Task, erledigt die Aufgabe und antworten dann. Sven führt zu seiner Verteidigung an, dass er diesen Workflow insbesondere für Micromanagen von Konversationen nutzt die nicht unbedingt Top-Priority sind. Für alles wirklich wichtige nutzt er nach wie vor auch das heißgeliebte OmniFocus.

Patrick denkt er kann Sven drankriegen, indem er ihn fragt, ob er auch einen Mac im Berufsleben nutzt, aber weit gefehlt… der Fechner hat/darf/will geschäftlich auch seinen Mac nutzen. Klar, so geht das natürlich alles blendend von der Hand.

Anbei, da schon von serverseitigen Regeln gesprochen wird, hier eine kleine Zusammenfassung was mit iCloud Regeln so alles möglich bzw. nicht möglich ist:

  • Limitierung auf max. 99 Regeln.
  • Die Reihenfolge der Regeln ist wichtig.
  • Keine IF/Any Konditionen. Also, einer Regel mehrere Konditionen zuweisen funktioniert in iCloud nicht.
  • In OS X kann man mehreren Emailadressen eine Regeln zuweisen, in iCloud nicht.

Apples eigenes Mail Programm kommt für Patrick nicht in Betracht, da es für ihn zu große Unterschiede zwischen den drei Versionen gibt.

  • iCloud Mail ist die abgespeckteste Version
    • geringe Konfigurationsmöglichkeiten bei den Regeln
    • Smartfolders vom Mac werden nicht synchronisiert
  • Mail auf iOS ist ein Mittelding
    • Angewiesen auf die wenigen Regeln die in der iCloud möglich sind
    • Zusatzfeatures wie Thread Notifications und den Today Ordner
    • Smartfolders vom Mac werden nicht synchronisiert
  • Mail auf OS X = super, alles da und erweiterbar

Dazu kommt, dass er wie Sven hat er alle Regeln serverseitig angelegt, aber Mail spielt ihm manchmal einen Streich und dupliziert Emails willkürlich. So wurde seine einmonatige Testphase zur Showvorbereitung eine wahre Geduldsprobe.

Die Leseempfehlung für schlauere Mailordner gibt's auf dem Ur-Ur-Ur-43Folders-Blog.

Plugins die Zweite:

MailMate

Obgleich Gmail lange Zeit für Patrick der König unter den Mailanbietern und Clients war (… und auch immer noch ist), hat er trotz dem fantastischen Spamfiltering und den Myriaden an Shortcuts seit Oktober 2013 Google den Rücken zugekehrt, um bei Uberspace dann mehr Kontrolle und mehr Privatssphäre zu haben.

Altgediente Gmail Regeln

Trotz des Absprungs von Gmail hier einmal die genutzten Regeln von Patrick, welche so auch bei Uberspace nachgebaut wurden.

Falls ich mich ins BCC Feld eingetragen habe:

Matches: from:(here|are|all|my|addresses)
==> Do this: Skip Inbox, Mark as read, Never send it to Spam, Never mark it as important

Falls ich mir selbst eine Mail schreibe:

Matches: from:(patrick+me@gmail.com)
==> Do this: Star it, Never send it to Spam

Falls die Mail was mit einem meiner Arbeitsaccounts zu tun hat:

Matches: to:(important|accounts|here)
==> Do this: Mark it as important

Unwichtige Mails sofort archivieren:

Matches: from:(@itunes.com|do_not_reply@apple.com|usw.)
==> Do this: Skip Inbox

Noch unwichtigere Mails sofort archivieren und als gelesen markieren. Das ist praktisch für Mails die mehr einen Archiverungscharakter haben. Eine andere Idee wäre diese direkt per IFTTT nach Evernote zusenden oder diese mit IFTTT zusammenzufassen und in einer Notiz per "append" zu sammenln:

Matches: subject:(Cronjob|usw.)
==> Do this: Skip Inbox, Mark as read, Never mark it as important

Zu guter letzt hat Patrick noch ca. 50 Regel welche nach dem obigen Schema Mails in verschiedene Ordner sortieren (Design, Audio, Personal, Games, Family, Work, …). Viele Regeln sind doppelt bzw. haben das gleiche Ziel, aber er findet es gut Themengebiete z.B. für Design-Newsletter zu haben.

Und noch was… die zwei Spezialadressen für das BBC-Feld:

ACT-ON

Matches: to:(patrick+acton@gmail.com)
==> Do this: Skip Inbox, Star it, Apply label "1: Act on", Never send it to Spam, Mark it as important    

HOLD

Matches: to:(patrick+hold@gmail.com|patrick+waiting@gmail.com)
==> Do this: Skip Inbox, Star it, Apply label "2: Hold", Never send it to Spam, Mark it as important        

Patricks Uberspace Setup

Patrick nutzt auf Uberspace eine Sammeladresse auf der alle meine Emails ankommen. Alles ist ausgerichtet darauf seine Inbox schnell mit Shortcuts und Swipes auf 0 zu bringen.

Die Inbox ist somit der einzige Ort, an dem er was zu tun hat… bis auf das händische kontrollieren des Act-on und Hold Ordners.

Eine weitere Besonderheit ist, die archivieren Option in allen Clients zieht jede Email in einen Unterordner vom Archiv. Dieser "Filer" Ordner sortiert dann nach vordefinierten Regel, wohin die Email abgelegt wird, greift keine von Patricks Regeln, so landet die Mail im normalen Archiv. Das ist sein Versuch die extrem guten GMail-Regeln für's automatische sortieren zu ersetzten. Klappt im übrigen bestens.

Das Ziel ist es jede Mail zu überfliegen und nicht ungelesene Mails in Unterordner anzusammeln. Auf iOS muss dann nur noch ins Archiv geswipt werden, oder halt in den Mülleimer.

Ein Uberspace Setup ist, wie in der letzten Folge schon angedeutet, etwas ganz Anderes und fernab vom gängigen Einrichten von Emails angesiedelt . Es ist nicht für Jedermann und man muss viel in der Shell rumhüpfen bis es läuft. Bringt man aber das nötige Handwerkszeug mit, so kann man ein Mail-Setup sein eigen nennen, welches einem aus der Hand frisst.

Im Grunde muss man sich noch nicht einmal so gut in der Shell auskennen, sondern einfach nur die ausführliche Dokumentation im Uberspace.de Wiki lesen. Uberspace hat zu jedem Feature ausführliche, benutzerfreundliche Anleitungen inklusive Beispiele. Jeder Entwickler weiß, wie schwer es ist eine gute und lückenlose Dokumention zu schreiben. Die Jungs von Uberspace haben das so was von raus. Sollte doch mal eine Frage offen sein, schreibt man eine Email und bekommt meist innerhalb von 6-8 Stunden eine Antwort. Servicetechnisch sind die Jungs Spitze.

Bestandteile

  • mail: spamassassin [Uberspace.de Wiki]
    • Regelwerk (basierend auf regulären Ausdrücken) untersucht Mail Inhalte und bewertet diese. Überschreitet eine Email einen bestimmten Schwellenwert an Punkten => Spam.
    • Das ganze ist natürlich erweiterbar.
  • mail: maildrop [Uberspace.de Wiki]
    • Sortiermaschine. Man kann hier regeln schreiben was in welchen Ordner geschickt werden soll, ob es an Spamassassin weitergereicht werden soll, etc.
  • mail: dspam [Uberspace.de Wiki]
    • Wer SpamSieve kennt, es ist im Prinzip dasselbe: Ein lernfähiges Filtern mit der Unterteilung von Nachrichten in Spam und Ham.

Wenn ich eine Regel ändern/hinzufügen will öffne ich die Datei auf meinem shared host (dem Uberspace Server) in Sublime Text oder in Prompt/Coda auf iOS.

Für den Interessierten Tüftler anbei zwei Links zu wirklich guten Tutorials:

Jetzt aber MailMate

Patricks Grundvoraussetzungen an einen Emailclient sind, dass es keine reine Client-side Lösung sein darf. Das heißt, wenn ein wichtiges Kernfeature welches alles rund laufen lässt nur auf dem Mac funktioniert, so kommt die jeweilige App oder der Workflow für mich nicht in Frage. Dank der serverseitgen Regeln ist es ihm nun "eigentlich" egal welchen Client er verwendet. Auf iOS sollten Wischgesten für Spam und das Archiv unterstützt sein und auf OS X erlaubt er sich peu à peu MailMate besser kennen zu lernen.

Seine Lieblingsfeatures:

  • Send Later (als "Undo Send" Alternative
  • Gmail shortcuts
  • Shortcuts: Move to Mailbox (V), Go to Mailbox (⌘T), Tags (T)
  • Schnelles Umschalten zwischen verschiedenen Layouts (Correspondence!!)
  • keine Plugins
  • schlaue Signaturen basierend auf dem Empfänger

Und noch zwei Leseempfehlungen:

Picks


Das war's. Wir wünschen einen angenehmen Aufenthalt.

Bis zum nächsten Mal.

Flug #UC007: App Launcher Bondage

Diese Woche fliegen wir über Wien und gabeln dort Marco Masser und Manfred Linzner von Objective Development auf, um über das holde Entwickeln von Anwendungen, Apples Entwicklungsumgebung, LaunchBar 6 und Little Snitch 3 zu reden.

Nach dem furiosen und verwirrungsstiftenden Intro für die zwei Wiener erntet Patrick leider Gottes weder schallendes Gelächter, noch entrüstete Ausrufe für seinen Swift-Witz – dafür aber fällt der Luftdruck in der Kabine schlagartig ab… wobei die Maschine erst knapp 2 Minuten in der Luft ist.

Das eigentlich schlimme ist, dass es nicht besser wird. Weitere Schlagworte die Fallen sind Bondage und Tantra. So viel zur Qualität des Ubercasts.

Überbleibsel

Zum Thema Paperless gibt es noch Rückfragen von Andreas, und zwar wie es bei allen am Mikrofon so mit Fahrtickets aussieht.

Andreas schildert sein Vorgehen beim digitalen Erwerb von Tickets mit dem DB Navigator und FahrInfo SVV. Manfred ist seit 2 Jahren komplett Paperless und hat mit dem MacSparky Paperless Guide angefangen. Anfangs nutzte er noch Evernote, wobei die wachsende Datenbank dann immer schwerer zu managen war. Nun nutzt er eine Ordnerstruktur und BitTorrent Sync. Um auf dem Mac das archivierte Material aufzufinden nutzt er Spotlight und das hauseigene LaunchBar. Außerdem merkt er an, dass es in Wien für alle öffentlichen Verkehrsmittel und auch Zugverbindungen eine digitale Variante gibt. Das erntet neidische Ohren der deutschen Nutzer. Marco dahingegen stellt sich als low-maintenance Digitalarbeiter raus. Er ist eher kein Paperless-Typ, da bei ihm ganz einfach wenig Dokumente anfallen.

Überschallneuigkeiten

Auch wenn wir mit den Flieger die Schallmauer nie und nimmer durchbrechen könnten, werden ab und an mal "News" zu uns durchgefunkt. So zum Beispiel das frisch anlaufende Google Domains für welches man sich zurzeit als Betatester anmelden kann.

Google Domains is a new domain name service set to launch from Google. It's currently in private beta, though you can request an invite. Official pricing is unavailable at the moment, but from images on the site it looks like domains will run around $12. Features will include free private registration, easy domain forwarding, branded emails and more.

Ebenfalls neu auf dem Radar ist Pocket Premium, welches für $44.99 im Jahr mit permanenten Backups glänzt und so einmal zum Archiv hinzugefügte Seiten ewiglich in ihren Status Quo speichert. Hinzugekommen sind auch eine verbesserte Suche und passende Tags, die zum jeweiligen Link vorgeschlagen werden.

Für alte Read It Later Supporter gibt's es sogar 45% Rabatt auf Lebenszeit.

Premium Alternativen:

  • Pinboard
    • zurzeit $10 einmaliger Eintrittspreis
    • $25 für die Archivierung (pro Jahr)
  • InstaPaper inkl. Abonnentenaccount
    • $12 im Jahr

Die Features von Pocket Premium sorgen nicht für Begeisterungsstürme bei den 5 Leuten im Flieger, niemand sieht so recht die Trumpfkarten im Vergleich zum bisher gebotenen. Profi-Nörgler Andreas geht sogar soweit das Archivierungsfeature als Unnütz zu deklarieren… also auch das von Pinboard… was Pilot Patrick wiederum völlig fertig macht. Dem ist dieses Feature heilig und mindestens 1x pro Jahr auch nützlich. Es hilft ihm einige API-Schweinereien bei Pinboard zu ermöglichen wie zum Beispiel ein lokales offline Archiv der eigenen Pinboard Seiten zu haben (und um dort beispielsweise dann einige Workfloweinträge aus Sean Korzdorfers öffentlichen Notebook (✝ R.I.P.) erneut zu analysieren).

Historie von Obdev und das App-Entwickeln an sich

Das 1995 veröffentlichte LaunchBar ist eine der "ältesten" Mac OS X Apps (siehe "Longstanding Mac Apps" von Shawn Blanc).

Marco gibt Einblicke, wie die erste Version von LaunchBar aussah. Das Licht der Welt erblickte die App dank Norbert Heger. Der Obdevler wollte sich so um unnötige Maus- und Tastaturakrobatikaktionen drücken und repetitive Aufgaben vermeiden. So war die V1 nur ein reiner Applauncher, welcher mittels einer Sammlung von Shell Skripten arbeitete. In einem Fenster in der Ecke wurde derzeit besagter Script-Ordner mit den Kurznamen der Skripte geöffnet, man machte einen Klick und los ging es. LaunchBar Veteran Shawn Blanc hat auch hier zwei Screen Shots aus seinem Archiv gezaubert für Leute die mal OS 9 Luft schnuppern wollen.

Als nächstes gibt es für den Interessierten Hörer einen kleinen Einblick in Firmenhistorie. So zum Beispiel erfahren wir, dass das Team von 4 auf 11 Personen gewachsen ist, wer an welchen Projekten arbeitet und wer was für eine Aufgabe erledigt.

Zudem gibt es food for thought, nämlich was Entwickler damals noch selbst erfinden mussten und was von Apple dann nach und nach (komplett) übernommen wurde. Ein Beispiel, welches von unseren Gästen angeführt wird, ist die offizielle Schnittstelle zur Lokalisierung.

Bei so einem "Klau" denkt Sven natürlich sofort an das Stichwort "sherlocking". Marco gibt aber nun die offizielle Entwarnung und verkündet, dass nach 2 Wochen Yosemite-Spotlight-Nutzung er den angestiegenen Funktionsumfang der App als positiven Effekt deutet. Apple bringe so das Konzept eines Launchers der Öffentlichkeit näher. Ein Zugang würde geschaffen werden, welcher nach der Eingewöhungsphase, den nach mehr dürstenden Nutzer vielleicht gen eines erweiterbaren und funktionsschwangeren Launchers auf dem Markt stößt. Nach Manfred hat Spotlight immer noch ein großes Gebiet in welchem es sich verbessern kann, wo sich seit Jahres nix tut: Daten rein und raus schicken, um diese dann weiterzuverwerten sei immer noch nicht wirklich möglich.

Was hat sich für Entwickler verbessert?

In unserem Gespräch mit Obdev können wir festhalten, dass es mit der Vermehrung der Wildkatzen und schönen Plätze in Kalifornien stets leichter wurde mehr Features in die vorhandene Applikation zu integrieren. Dank dem Anstieg öffentlicher APIs sind weniger Hacks nötig um an Daten zu kommen. Auch zeigte Apples Gatekeeper eindeutig, dass die Fruchtfabrikanten aus Cupertino immer noch interessiert daran sind Entwicklern möglichst viel Freiraum (abseits von der auferlegten Sandkiste) zu lassen. Ebenfalls neu seit OS 10.9 ist auch die spezielle Signatur von Kernel-Erweiterungen, welche eine verbesserte Sicherheit gibt und als Entgegenkommen von Apple gewertet werden kann.

Wie tastet sich Obdev an Swift ran?

Marco ist begeistert, dass Apple genug Mut hatte eine neue moderne Sprache einzuführen und auch, dass Swift parallel zu und mit Objective-C verwendet werden kann.

Das Endziel nach Marco ist, dass Swift die Zukunft wird, also prognostiziert er das aller Wahrscheinlichkeit nach in einer fernen(?) Zukunft immer mehr ausschließlich mit Swift gecodet werden wird… auch wenn Objective-C weiterhin als funktionabel gilt und die problemlose Co-Existenz beider Sprachen beworben wird.

Ganz intern und ganz offiziell passend zum Thema: Auch in Zukunft wird es LaunchBar und LittleSnitch nicht im App Store geben. Ersteres hätte mit viel Drücken und Ziehen noch die Chance dazu, Letzterem ist es auf Grund der erwähnten (selbstgeschneiderten) Kernel-Erweiterung nicht möglich in die App Store Familie einzutreten.

Patrick fragt, ob der App Store trotzdem noch interessant ist für Obdev und eine eventuell bereits geplante neue Anwendung dafür ein Kandidat wäre. Ganz diplomatisch bejaht ihm das Manfred mit einem "Ja".

Er plaudert weiter aus dem Nähkästchen und informiert uns, dass für Obdev schon immer Apps interessant waren, welche eine Nische bedienen, herausforderndes programmieren erfordern und ganz einfach nicht von jedem geschrieben werden können. Ebenso aber die Kehrseiten dieses Ehrgeizes, nämlich das auch Apples Direktsupport für Entwickler, welchen man immer einmal pro Quartal anfordern kann, meist nicht den Profifragen standhalten konnte und die Helfer oft mehr oder minder ratlos war. Irgendwann hat Obdev diese Möglichkeit des Feedbacks komplett verworfen, da die Fragen der Wiener für Apple zu trickreich waren. Somit hatte sich schnell ein neuer Workflow eingebürgert, und zwar das alle Problemlösungen intern vom Team gelöst werden. Spiel, Satz und Sieg.

Eine Sache die Patrick öfters gehört hat ist, dass die WWDC einen Raum schafft, in welchem solch trickreiche Problemfragen fachmännischer von den Applemitarbeiter beantwortet werden können; drum spricht er die Support-Foltermeister direkt darauf an. Marco bejaht dies. Auf der WWDC konnte er auf seine spezifischen Fragen Antworten aus erster Hand erlangen. Sein WWDC-Besuch liegt zwar schon eine Weile zurück, aber in einem persönlichen Gespräch mit dem Entwickler von Apples QuickTime wurde im Rede und Antwort gestanden. Marco betont, dass man allerdings auch die Person finden muss, welche für die Frage maßgeschneidert ist. Hätte er mit einem UI-Spezialisten seinen Plausch abgehalten, so wäre ihm damit auch nicht gedient gewesen.

Das man ein optimales Feedback bekommt ist also tatsächlich ein Merkmal der WWDC. Allerdings kann es durchaus sein, dass man nur die Puzzelstücke bekommt, welche Apple auch bereit ist ans Entwicklervolk zu verteilen. Marco nennt auch hierzu ein, zwei Beispiele (… die ihr gerne nachhören könnt).

Der Ausflug in den iTunes App Store: Pebbles

Pilot Patrick möchte wissen, was das Leitmotiv hinter der Entwicklung von Pebbles war. Kurz, ob das nun Entwickler-Spieldrang war etwa einmal mit Objective-C etwas für iOS rauszuhauen, oder herauszufinden wie profitabel der Spielemarkt im App Store ist und welche Chancen daraus für das Unternehmen erwachsen können.

Wie sich herausstellt ist Pebbles auch wieder einem einzigen Entwickler aus dem Team zuzuschreiben: Johannes. Die Redaktion sieht hier Parallelen zu Panic, wo auch oft genug quasi pro Entwickler für die Kreation an sich verantwortlich war. Wie dem auch sei, zurück zur Ausgangsfrage; Pebbles wurde unter anderem entwickelt, weil Johannes neugierig war, wie das Signing und auch die Xcode 4 Integration so funktionieren auf iOS und mit dem App Store.

Die literarische Übersetzung von Sven folgt auf den Fuss:

"Den großen Zeh ins Wasser halten."

Was wir Nutzer aber daraus lernen ist, dass Obdev den Fokus auf OS X hat. Marco bejaht das, schiebt aber auch direkt nach, dass firmenintern schon Pebbles als potentieller Spielplatz für ein Swift-Projekt gehandelt wurde/wird.

Abschießend hält er fest, dass für Neuentwickler die Nutzerzahlen von iOS natürlich wesentlich interessanter sind.

LaunchBar 6

Hier wird das Obdev Team wieder gefordert. Wie im Schulunterricht müssen die wesentlichen Neuerungen runtergerasselt werden. Manfred holt sich eine 1 mit Sternchen ab und gibt einen kleinen Ausblick was als nächsten noch auf der Karte steht, zum Beispiel selbstgebastelte User-Themes.

Um die Nerdherzen jedoch noch höher schlagen zu lassen gibt es hier und jetzt ein paar Lieblingsactions von LaunchBar 6. Keiner der Fluggäste und Piloten lässt sich lumpen und was nun folgt ist die Ausbeute dieses Austausches.

Links zu LaunchBar 6 Actions:

Wie immer quetschen die vernetzwerkten Schwaben noch einen lokalpatriotischen Link rein. In diesem Falle zum Stuttgart Opendata Framework. Der hat zwar jetzt nix mit Actions an sich zu tun, aber damit, dass die ehrgeizigen Baden-Württemberger einen weltkosmosweiten Standard entwickeln (hust).

Ein weiterer kleiner, firmeninterner Vorausblick: Es gibt noch viele (auch große) Features die noch auf LaunchBar-Nutzer warten. Die App bieten sich an konstant ausgeschmückt zu werden und Obdev hat wohl noch eine Todoliste vor sich, die sich gewaschen hat und welche unsere Augen erneut leuchten lassen wird.

LittleSnitch 3

Der Überwachungschef auf Mac OS X und das Kind von Obdev Entwickler Karl hat fast schon 15 Jahre auf dem Buckel und Betas für Yosemite sind bereits am Start.

Was der versierte Blogleser vielleicht nicht vermutet, da tendenziell mehr über LaunchBar durch die Technikpresse wandert: Little Snitch ist quasi das Zugpferd von Objective Development.

Eine Empfehlung die es auf den Punkt bringt spricht Sven noch einmal an alle Nutzer aus:

»In einer Welt wo immer mehr vernetzte Applikationen Daten durch die Gegend pusten und man vielleicht zumindestens ein Stück Kontrolle darüber haben möchte [… da hilft LittleSnitch].«

Der sanfte Ausklang hin zur Landebahn

Die abschließende Frage von Patrick zum Thema Softwarepiraterie endet mit einer Hommage von Marco und ihm an die Entwicklerszene, welche Apps mit Liebe zum Detail und ausgefeilten Funktionsumfang für die Nutzergemeinschaft des Macs entwickelt. Eine Sache die beide nachdem Umstieg auf das Apple Betriebssystem sehr beeindruckt hat und den Schritt vom Freewareuser hin zum Gernezahler wesentlich erleichtert hat. Der Rest der Mannschaft stimmt in den Tenor ein. Kurz, wir sind alle immer wieder erstaunt über die aktive und talentierte Entwicklerszene, welche für unser System der Wahl Programme schreibt.

Gewinnspiel

Was gibt es abzustauben???

Na ganz objektiv dürft ihr nun drei Mal raten… es gibt:

Wie nehme ich teil?

Frisch zitiert und druckreif aus unserer Marketingabteilung kommt hier die Anleitung:

  1. Hört euch den Flug UC#007 an — ach kommt schon… am besten nehmt ihr uns gleich ins Abo.
  2. Folgt, liked oder plust uns bei einem sozialen Netz eurer Wahl: Facebook, Twitter, Google+ oder App.net
  3. Im jeweiligen sozialen Netz findet ihr einen Gewinnspiel Post, bzw. Tweet welchen ihr bitte shared, liked, plust, retweeted oder mit 7G einmal um den Mond schickt

Mit diesen drei Schritten seid ihr im Pool und vielleicht einer der glücklichen Gewinner einer Lizenz für Launchbar oder Little Snitch von Objective Development.

Schluss mit der ganzen "Teilerei" und somit lustig ist am Freitag, den 11. Juli. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt während Flug UC#008 (VÖ Freitag, den 18. Juli). Des weiteren werden die Sieger natürlich auf ihrem jeweiligen Sozialen Kanal, ob das nun Facebook, Twitter, Google+ oder App.net ist, kontaktiert und informiert… wir finden euch schon und die Lottofee wird ihr Übriges tun.

Letztendlich können die vier Softwaremillionäre hier dann ihre Coupons einzulösen.

Wer die Apps von Objective Development regulär erwerben möchte dem wird mit dieser kleinen Liste geholfen:

  • Hier kaufen: Objective Development
  • Hier fragen: @launchbar und @littlesnitch
  • Hier der Preisüberblick für LaunchBar:
    • LaunchBar – Single License: 24€
    • Upgrade von LaunchBar 5 auf LaunchBar 6 — Single License: 15€
    • LaunchBar – Family License (5 Computer): 39€
    • Upgrade von LaunchBar 5 auf LaunchBar 6 — Family License: 24€

Endlich "Picks"

Darüber hat sich Patrick besonders gefreut, da ihm seit Anbeginn seiner Podcastinglaufbahn und der Taufe dieses Podcast eine Empfehlung schon länger auf der Zunge lag.

Wie immer gilt, wer die detaillierte persönliche Meinung hören will, der darf gerne noch einmal genauer hinhören.

Das war's. Wir wünschen einen angenehmen Aufenthalt, drücken allen Teilnehmern die Daumen und bedanken uns recht herzlich bei unseren tollen Gästen.

Bis zum nächsten Mal.

Flug #UC006: Origami Für Aussteiger

Diese Woche: Workflows und Tools die unsere Piloten nutzen, wenn es um die Arbeit mit und ohne Papier geht.

Überbleibsel

Healthkit und Slapstick-Einlagen der letzten Keynote werden thematisiert in unseren Follow-Ups. Das eigentlich Überbleibsel ist jedoch, dass der Start um ca. eine halbe Stunde dank der Yosemite Beta von Andreas verzögert wurde… ψ(`∇´)ψ.

Paperless

Wir sitzen heute eigentlich nicht in unserer Originalmaschine, sondern in einem Papierflieger… und das obwohl unser Thema "Paperless" heißt.

Nachdem von Patrick mit der oben zu lesenden Anmoderation des heutigen Themas das volle rhetorische Geschick des Ubercasts aufgeboten wurde, gerät unser Passagierflugzeug kurzweilig in Turbulenzen bis wir dann dazu kommen "grundlegendes" zu klären.

Grundsätzliches: Wie Piloten papierlos werden.

Das papierlose Büro wurde nach einer von Sven aus dem Stehgreif getätigten Aussage bereits Ende der Neunziger prognostiziert, theoretisiert und gar auch postuliert. Bis die Technik dann in der Tat praktikabel genug wurde, vergingen dann doch noch ein paar Jahre. Heute ist der Verzicht auf einen Großteil des Papiers möglich… daher bietet sich dieser Rundflug an für alle Füchse die papierlos werden wollen.

Ein Grund für die steigende Popularität vom papierlosen Büro ist, das heute der zeitliche Aufwand deutlich geringer ist, wenn man papierlos arbeiten will. So gestaltet sich beispielsweise das Archivieren und Wiederfinden der Dokumente dank zahlreicher Hilfsmittel und genug Speicherkapazität problemloser.

Doch nicht für jeden ist die papierlose Existenz eine Option. Als Selbstständiger ist ein für Andreas ein rechtlich einwandfreies papierloses Büro nicht zu 100% möglich. Seine Originaldokumente müssen 10 Jahre im zeitlerischen Archiv ihr dasein fristen und haben somit auch diverse Umzüge mitgemacht.

Nichtsdestotrotz archiviert Andreas für seinen Steuerberater und sich selbst gerne digital, um schnellen Zugriff auf seine Papiere zu haben, beispielsweise falls diese mal flux nach der unangemeldeten Steuerüberprüfung an den bereits erwähnten Steuerberater weitergeleitet werden müssen. Sollte der Supergau eintreffen, so steht der papierlose Atombunker von Andreas bereit.

Diese 10 Jahre an Akten stimmen Sven nachdenklich. Kritisch hinterfragt er den Status Quo, wo uns elektronisch erstellte und nicht mehr handschriftlich signierte Dokumente von Versicherung, Staat, Unternehmen und Geschäftspartnern zugestellt werden. Er kratzt sich an der Pilotenmütze und wundert sich in die Welt hinein, wo rechtlich überhaupt noch ein Unterschied besteht zwischen solchen "Originalen" und dem digitalisierten Pendent. Wir wissen die Antwort nicht und lassen ihn so mit einem nervösen Gefühl in der Magengrube weiterkratzen.

Noch immer sind wir im Steigflug… also beim Einstieg. Patrick ist grundsätzlich bestrebt wenig Papier zu behalten. Er digitalisieren fast alles und versucht möglichst wenig in analogen Ordnern zu behalten. Dieser Freiberufler jedoch druckt erst aus, wenn dies explizit von ihm gefordert ist. Wichtige Dokumente von Ämtern, dem Finanzamt, der Bank und den lieben Versicherungen hebt er jedoch auch er in Ordnern auf (und von diesen digitalisiert er meist keine… wobei er sich nach dieser Folge fragen wird, warum er dies nicht auch noch macht). Auf jeden Fall steht fest, seitdem er Paperless ist, spart er sich jedoch für jedes Jahr einen separaten Ordner anzulegen. Schön das sich somit deren deren Anzahl auch etwas reduziert hat.

Das Jahr 2010 markiert Svens Einstieg ins papierlose Büro. Wie Patrick hat er nur noch wenige Ordner, digitalisiert viel, aber nicht alles. Den neusten Tchibo-Prospekt z.B. nicht.

Die große Frage ist, wie fängt man an langsam von seinen Papierbergen digitale Äquivalente zu erzeugen, wenn man 5, 10 oder gar 50 Ordnern aus den letzten Jahren vor sich sieht kann einem schnell die Lust vergehen.

Sven zumindest hatte sich seinerzeit dafür entschieden vorerst nur neue Dokumente im Posteingang zu digitalisieren. So hat er auch herausgefunden, dass er es sich sparen kann veraltete Papiere aus seinen Ordnern ins neue digitale Format pressen welche sich alljährlich ändern (und eine neue, alleingültige Version darstellen). Des weiteren empfiehlt er sich 1-2 Tage im Jahr zu reservieren, an denen der Scanner zum glühen gebracht wird, auf das die Berge an Papier dahinschmelzen.

Das paperless nicht automatisch heißt, dass man nur Akten scannen muss, wird von Patrick angeführt. Der hat nämlich ganz zahm seine ersten Schritte gewagt, indem er seine Kisten mit Bedienungsanleitungen gescannt hat (… jedenfalls die Exemplare für die er im Internet keine digitale Version gefunden hat). Wir halten fest: Auch mit "unwichtigen" Sachen kann man den Anfang machen und schauen, ob es für einen überhaupt funktioniert.

Digitalisieren

Das Scannen ist des Zeitlers größte Lust. Daheim hat er einen antikes Multifunktionsgerät - den Pixma von Canon - und im Coworking-Büro eine moderneres Gerät von Brother (welches sogar mit Einzug). Je nachdem wo er gerade ist wird dann direkt gescannt und das Ergebnis ist… was soll es anderes sein, ein PDF.

Ein größeres Problem ist, wenn Andreas Steuerberater von ihm fordert, dass er das Dokument mit der Rechnungsnummer XYZ vom 27.06.1981 braucht. Da fast jeder Rechnungssteller sein eigenes Rechnungsformat hat, fand Andreas oft nicht was er sucht. Bis… ja, bis er seinen digitalen Dokumenten dieses einheitliche Rechnungsformat aufgebrummt hat. Der Löwenanteil der ganzen Benennung läuft bei ihm per Automation, weil es sonst zu viel Zeit kostet.

Im Hause Welker steht zwar ein modernes Multifunktionsgerät in der Abstellkammer im Flur, der Samsung CLX-3185FW, aber Patrick schwört trotzdem auf Scanbot und/oder Scanner Pro. Er hat für sich entschieden, das er keinen Doxie oder Fujitsu Scanner braucht, da seine wöchentliche Papierflut sich in Grenzen hält und er die meisten Dokumente bereits digital bekommt (sei es vom Stromanbieter, den Banken oder Dr. Amazon).

Er hält fest, dass jeder selbst wissen muss, wo sein Break-Even-Point ist und ab wann sich eventuell die Anschaffung eines Doxie lohnt.

An der iPhone-Lösung gefällt Patrick, dass er nicht in den Flur latschen muss und direkt bestimmen kann wohin das PDF geht, in ein Evernote Notebook oder zur Dropbox. Bei Scanbot ist der automatische Upload zu in einen Dropboxordner voreingestellt. Am Zielort wird dann je nach Name der Datei eine automatisierte Aktion ausführt. Scanner Pro wird ab und an noch von ihm genutzt, wenn das File sensible Informationen enthält und es nicht automatisch hochgeladen werden soll. Mögliche Ziele für eine solche Datei sind z.B. der eigene NAS.

Wenn man vom Teufel spricht…. Also nicht von Sven, sondern dessen Doxie. Der erfahrenste Pilot hat nämlich einen akkugestützten Einzugscanner, den Doxie Go, in der Küche gebunkert. Das ist der Ort an dem die Fechners ihre Post auf Stapeln stapeln, bis Sven Ende der Woche in seiner weekly review alles reviewt. Dann nämlich kämpfen sein Doxie und er sich durch die Papierfluten mit schnellen Kraulbewegungen.

Als Pro-Alternative zum Doxie Go führt Sven den bei Vielen beliebten Fujitsu ScanSnap Scanner (inkl. Einzug, auch gemischte Formate, zwischen 50-100 Blatt) an.

Auf den Mac kommt seine gesammelte Ausbeute entweder mit der Doxie App, welche auch direkt nach Evernotehausen senden kann oder so wie es erfahrene Piloten machen:

  1. Einscannen mit dem Doxie Go.
  2. Auf den Rechner laden, Doxie macht dann optional OCR (aka Schrifterkennung). Sven speichert schwarz/weiß mit OCR.
  3. In dem Inbox-Ordner gibt es Regeln von Hazel, welche das Dokument umbenennen.
  4. Generell öffnet Sven alle Dokumente in der Vorschau.app und nutzt einen selbstzusammengeflicktes Tastaturkürzel zur Umbenennung der Dateien. Dieses Kürzel zündet ein TextExpander Snippet, welches den Names aus folgenden Kategorien generiert:
    • Typ des Dokuments (Rechnung, Quittung, Referenz, …)
    • Jahreszahl-Monat
    • Textfeld
      • Wer schreibt mir (Versicherung, Telefongesellschaft)
      • Grund: Mahnung, Erbschaft, …
      • evtl. noch mehr Info
  5. Hazel macht nun endgültig Schluss mit lustig und schafft erneut Ordnung – je nachdem was für Schlüsselworte im Namen steckt.

Auf die Frage von Andreas - der im übrigen keine Unterscheidung in Typen vornimmt, sich aber wundert, - was sich hinter "Referenz" versteckt, gibt Sven an, dass es sich hierbei um schwer zuordenbare Dokumente handelt.

Neben Schriftstücken, welche bereits in getippter Form vorliegen, soll es wohl auch so etwas wie handschriftliche Notizen geben. Davon haben Andreas und Patrick keine. Sven schon.
Seine Moleskin Notizen aus Meetings und dem harten Businessalltag werden mittels Scanbot einmal in der Woche digitalisiert. Aus mehreren Seiten wird so ein PDF zur Archivierung generiert.

Buchhalter Andreas hingegen hat eine Numbers Tabelle zur Budget-Verwaltung worin sämtliche seiner Ausgaben im App Store, im Musikfachhandel und und und eingetragen werden. Ausgaben für Lebensmittel sammelt er per Launch Center Pro samt Ort, Betrag und Datum in einer CSV-Datei.

Handschriftliche Notizen, digitale Notizen, OCR

Neben Scanbot und Konsortien nutzt Patrick ab und an InstaWeb, eine App welche aus Webseiten ein PDF generieren kann und dieses auch neben dem Emailversand an Dropbox oder Evernote senden kann. InstaWeb erzeugt auch eine Titelseite mit dem Titel der Seite, URL und Datum des Aufrufs. Es gibt leider keine Option, um das Datum automatisch in den Dateinamen einzubetten.

Patrick benutzt die App allerdings sehr selten, denn die meisten Dinge (ob Webseiten oder Notizen) schickt er in mittels Drafts, Launch Center Pro oder einem Bookmarklet in eine seiner laufenden Listen. Auf dem Mac entscheidet sich dann, ob und wohin archiviert wird oder ob radikal gelöscht wird.

Die digitalen handschriftlichen Notizen von Andreas werden ab und an in Penultimate, Notability oder Anwendung X gesammelt und landen früher oder später in OmniFocus. Von dort aus geht die Reise für diese Notizen weiter und die Datei wird gelöscht.

Als OCR App für iOS ist den Piloten nur PDFpen Scan+ von Smile eingefallen… was jeder von ihnen kennt, aber keiner nutz. Patrick hat noch TextGrabber von den OCR-Profis ABBYY installiert, welches aus jedem Foto oder Screenshot den Text herausfiltern kann… aber das hat er natürlich vergessen zu erwähnen. Auf dem Mac hat er vor geraumer Zeit mal Prizmo ausprobiert als es noch in Version 1 daherkam. Ihn hat in dieser frühen Version die Deutsche Erkennung nicht überzeugt, welche sich aber mittlerweile deutlich gebessert hat. Da PDFPenPro ein Schweizer PDF-Messer ist, hat er sich aber letzen Endes dafür entschieden. Neben der Schrifterkennung nutzt er hauptsächlich die "redact" Funktion, welche Text unkenntlich machen kann. Ansonsten schwört Patrick in Puncto OCR auf Evernote. Sven merkt an, dass das Hauptproblem hier wohl ist, dass Evernote das zwar vortrefflich macht, aber man leider, leider nicht umgewandelte, editierbare PDF's aus Evernote exportieren kann.

Evernote & Co. vs. die klassische Ordnerstruktur

Bei Patrick kommen die "nicht sensiblen Sachen" nach Evernote und die sensiblen Sachen auf den NAS in eine Ordnerstruktur.

Workflow Beispiel:

Mit Scanbot im Dateinamen bereits Schlüsselwörter einbinden, welche dann von Hazel in die jeweiligen (Evernote) Ordner von SocialFolders verschoben werden.

SocialFolders ist eine Sync-Anwendung, welche es ermöglicht von verschiedenen webbasierten Diensten eine lokale ordnerbasierte Struktur auf den Mac zu zaubern, z.B. ausgewählte Evernote Notizbücher. Das Nette daran ist, dass diese Ordner dann auch 'zurücksynct' werden.

Dieses Beispiel ist eigentlich nur grobe Theorie, den Patrick nutzt die nerdigere Variante, denn das ganze geht natürlich auch mit einem AppleScript anstatt SocialFolders.

Apropos Nerd. Ratet mal wer wieder "Anti" ist? Richtig. Andreas. Er ist nun Anti-Evernote/-Yojimbo,/-DEVONthink, da diese "Inboxen" ihn zu sehr dazu verführen Unmengen an Daten einzusortieren. Dadurch ist nicht immer klar, ob das archivierte Wissen auch tatsächlich abrufbar ist in der jeweiligen "Inbox".

Sein erster Schritt war sich erst einmal um ein stark entschlacktes Evernote zu kümmern. Die daraus resultierende Folgeüberlegen war: Lohnt es sich für die paar Sachen, welche dort archiviert sind noch Evernote zu nutzen? Andreas beantwortet sich diese Frage mit einem klaren "Nein" und fährt seitdem mit einer zeitlosen und formschönen Ordnerstruktur, quasi also dem Jaguar unter den Archivierungssystemen.

Wer wie Andreas die Schnauze voll hat von Evernote, der darf hier in seinem Blog weiterlesen, um zu erfahren, wie man den Absprung schafft.

Passend zu diesem Exodus wirft Patrick ein, dass er den umgekehrten Weg beschritten hat. Er ist zurück zu Evernote gekrochen. Nun… um ganz ehrlich zu sein fährt er momentan doppelgleisig, also mit einer Ordnerstruktur, welche er exakt in Evernote nachbildet ( = spiegelt). Vorher hat er allerdings wie Andreas einen Frühlingsputz in Evernote machen müssen.

Den Grund für seinen zweiten Frühling mit Evernote nennt er zwar nicht, aber die Leser der Show Notes sollen wissen, dass er wegen Evernotes fantastisch Suchfunktionen in Kombination mit Alfred dem Service eine zweite Chance gibt. Gerade on-the-go mit dem iPhone ist es für ihn praktischer, als sich auf dem kleinen Bildschirm durch eine Ordnerstruktur zu navigieren.

Sven dagegen ergreift hier klar Partei. Er hat alles in Evernote und hat eine Pro-Abonnement, welches er von seinem Mobilfunkanbieter mitspendiert bekommt. Sein Pro-Tipp: Sensible Daten hat er in einem lokalen Evernote Notizbuch, welches nicht synchronisiert wird mit der Evernote-Wolke. In Evernote kommt bei ihm nur der Stoff, welchen er langfristig zu archivierende gedenkt. Seine grobe Kampftaktik für den Import sieht so aus: Doxie PDF wird generiert > sinnvoller Name wird manuell gegeben mit der Hilfe von TextExpander > AppleScript + Hazel reagieren auf den Namen und sortieren die Datei in ein Evernote Notizbuch mit den passenden Tags.

Evernote - Tags oder Notizbücher

  • Sven hat weniger Notizbücher und mehr Tags. Er empfiehlt euch einen Artikel von Michael Hyatt, der sich mit genau diesem Thema beschäftigt hat und zeigt wie man den Umstieg schaffen kann. Er illustriert wie man mit drei Notizbüchern zum smarten Tagging-Gott wird. Noch ein Buchtipp ist Evernote Essentials von Brett Kelly – die Evernote Bibel schlechthin.
  • Patrick hat "wenige ausgewählte Notizbücher" (was übersetzt heißt 60 Notizbücher die sich auf 5 Gruppen aufteilen… zu seiner Verteidigung: vieles davon sind temporäre Projekte und Recherchenotizbücher). Er ist bestrebt wenig Tags zu vergeben, hat aber nach seinen Evernote-Frühlingsputz noch nicht die Tags in Evernote umbenannt. Diese unterscheiden sich noch von seinem seit Jahren bewährten System auf dem Mac und auf Pinboard. Randbemerkung: Auf dem Mac taggt er seit Mavericks mehr, z.B. Rechnungen (die er im übrigen nicht in Evernote hat… hört sich im Podcast so an… ist aber nicht so).

Selbstgemacht oder doch lieber machen lassen?

Nun habt ihr einen Einblick wie wir unser papierloses Dasein so fristen. Grundsätzlich soll man sich allerdings fragen, was kostet das ganze an Zeit? Andreas zum Beispiel als Freiberufler hat folgende grundlegende Überlegung angestellt: Er braucht 2 Stunden die Woche dafür. Seine Dienste als Freiberufler kosten xx EUR die Stunde für seine normale Arbeit. Im Moment ist er am probieren, ob sich für ihn einer der VPA-Dienste (Virtual Private Assistant) lohnen würde und ihn somit von dem ganzen Aufwand befreit.

Falls ihr in einer ähnlichen Lage seid, wisst ihr nun was genau ihr in die Suchmaschine eures Vertrauens hämmern könnt. Andreas' Empfehlung: freiarbeiter.

Computer, hazel mir meine Dateien mal!

Putzen macht Spaß, besonders wenn man wie Sven sagt, seinen digitalen VPA namens Hazel putzen, benennen, taggen und sortieren lässt. Hier ein paar handverlesene Beispiele unserer Aeronauten. Wer es ganz genau wissen möchte, hört am besten noch einmal rein. Ansonsten gibt's jetzt einen spartanischen Auszug.

Andreas Z.

Wo wir schon beim Thema Tags sind, Andreas taggt zwar kaum was, aber was er geschickt mit Hazel abtaggt, dass sind seine Rechnungen. Andreas seine Dokumente sind wie folgt benannt:

Dreistelliger Kundencode - Monat und Jahr (zweistellig) - Rechnungsnummer

Hazel schaut, ob dieses Format vorliegt, taggt alles fein und sortiert es in den jeweiligen Kundenordner ein. Ist das Format nicht gegeben, wird nur getaggt.

Andreas - Hazel Rechnungen
Link zum Screenshot

Wer im übrigen eine guten und detaillierte Einführung in Hazel erwerben möchte, dem sei das Hazel Video Tutorial von Andreas ans Herz gelegt.

iTunes Rechnungen drucken und taggen

Obendrauf, völlig für lau gibt es ein Ubercast Exclusive für die Keyboard Maestro Nutzer unter euch. In Keyboard Maestro wird die Rechnung benannt und gedruckt:

Andreas - Keyboard Maestro
Link zum Screenshot

… und Hazel sorgt dann für die Archivierung der Datei:

Andreas - Hazel iTunes Rechnung
Link zum Screenshot

Patrick W.

Patrick - Hazel
Link zum Screenshot

Das obige Beispiel hat Patrick am Start für sämtliche seiner PDF's die er herunterlädt. Je nach Quelle wird eigentlich nur die URL und das Datumsformat leicht angepasst.

Anmerkung: "Full Name" ist noch ein Relikt aus der Zeit bevor es die Source URL Regel gab… eigentlich brauch man das gar nicht mehr.

Sven F.

Bei Fechners wird oft direkt Evernote geschickt, und hier gibt's eine extra Packung AppleScript zum Hazel-Vergnügen:

Sven - Hazel
Link zum Screen Shot

Lese Empfehlungen

Flug #UC005: Von Bananenpalmen und Betriebsystemen

Ja liebe Passagiere, sie sitzen im richtigen Flugzeug. Beim heutigen Intro handelt es sich um eine ubercast-interne Testnachricht des neuen Features in der Nachrichten App (Hinweis: Soundaufnahme). Talentscouts im Schlagerbereich können gerne Emails an Patrick Welker senden. Die restlichen Passagieren wenden sich bitte an die Stewardess um mit Mullbinden und Beruhigungstropfen von der Bordapotheke versorgt zu werden.

Nach dem Schocker nun back to business: Der heutige Flug führt unser Passagierflugzeug über nach Kalifornien, wo wir über San Francisco Kreise ziehen, um dort die Apple Worldwide Developers Conference zu belauschen.

Überbleibsel

Seit unserem ersten Flug (#UC001: Das elektronische Sensorik-Piercing) ist einiges passiert. Unser Wearable-Muffel Andreas hat ein wenig im Internet gestöbert und wirft nun verliebte Blicke auf den Polar Loop, welcher ja total und unglaublich zu kurz gekommen ist bei unserer Show. Aber nicht nur durch die rosarote Brille eines frisch verliebten scheint der Loop zu glänzen, denn Andreas hat sich durch ein ganzes Gebirgsmassiv an Rezensionen gekämpft und teilt uns folgendes ganz objektiv mit:

Nachteile:

  • Kein GPS
  • Armband muss angepasst werden per Schere (schnipp, schnapp, alles was überflüssig ist ab)
  • "Closed" system (… woran Polar aber anscheinend gerade arbeitet)

Vorteile:

  • Preis
  • Firma mit langjähriger Erfahrung

Die Suche nach einem Fitness-Gadget hat Andreas übrigens beim Atlas gestartet, einem teureren Wearable welches als besonderes Schmankerl Bewegungsmuster integriert hat, welche es dem Atlas ermöglichen präziser zwischen verschiedenen Aktivitäten zu unterscheiden (z.B. Liegestütze, Bizeps-Curling, etc.).

Ein weiteres ÜBERbleibsel wird von Sven beigesteuert. In der letzten Sendung zeichnete sich ja schon ab, dass Sven den Aeron Stuhl von Hermann Miller in naher Zukunft aufs Blut verteidigen wird gegen Patricks Favoriten. Deshalb gibt es heute die Kampfansage, dass der Aeron direkt bei dem Herr Müller in den Vereinigten Staaten von Amerika billig, billig, billig abgegriffen werden kann; und zwar ab 585 USD.

Neben dem Follow-up gibt's auch eine Danksagung an euer Feedback. Gleichzeitig das Versprechen der Bordcrew einige der spannenden Hörerwünsche demnächst fachgerecht über die Bordanlage verbal durchzutratschen.

Feedback könnt ihr uns übrigens über das Kontaktformular, per Email oder eins der sozialen Netzwerke zusenden. Das ganze ist hier nun noch einmal verschriftlicht, da man Patrick solche Auskünfte wie nach Webseiten, Email-Adressen, Personalien oder der Haarfarbe der eigenen Mutter anscheinend grundsätzlich nicht ohne Vorwarnung fragen darf… der Speicherplatz des Haupthirns scheint begrenzt zu sein sich auf elementare Informationen wie das Releasedatum des Neusten Mario Kart Titels zu beschränken.

Weghörer-Spezial Nr. 1: Patrick hört nicht, wie Andreas unseren App.net Channel ansagt und erkundigt sich 15 Sekunden später, nach eben diesem.

Keynote Time Im Cockpit

Wir kreisen zwar schon über dem Moscone Center in San Francisco, aber die Radarschüsseln müssen sich erst noch aufwärmen. Deshalb…

Vorbereitungen, Vollmondrituale und Vorab-Gerüchte

Die WWDC im heimischen Wohnzimmer haben alle drei Piloten unterschiedlich verbracht. Patrick hat mit Wurstbrot vor seinen zwei Bildschirmen gesessen. Auf Monitor Eins lief der Live-Stream samt Live-Blogs und digitalem Notizzettel, auf Monitor Nummer Zwei Tweetbot und Krimskrams. Pilot Sven hat die Keynote per Twitter verfolgt und sich dann die Perlen später in der Wiederholung angesehen, ganz wie er es vom Fußball gewöhnt ist. Anti-Andreas war joggen und hat seine Informationsstop dem Ubercast zuliebe sogar soweit getrieben, dass er sämtliche Informationsquellen bis zur Show weiterhin unterdrückt hat. Seine Co-Piloten machen sind heute also die Sprecher auf Andreas persönlicher Keynote.

Für alle die das Recording noch einmal in HD strömen wollen: Apple Events - Special Event June 2014.

Wer es gerne noch geraffter und historischer haben möchte, dem seien die Apple Keynotes der letzten 10 Jahre in der Zusammenfassung empfohlen.

Gerüchte gab es auch… vor allem dieses:

Aside from larger 4.7 and 5.5-inch displays, the iPhone 6 is rumored to have an improved A8 processor, an improved camera with optical image stabilization, new backlighting technology and 802.11ac Wi-Fi.

Aber, Hardware gab es keine.

Weitere Fundstücke aus der Gerüchteküche:

Nachdem also jeder kurz seine Fundstücke an Gerüchten vorgestellt hat, wird nicht länger in der Vergangenheit verharrt und auch kein ausgelutschter Drop noch einmal mit Speichel befeuchtet. Nein, nein, und nochmals nein – denn nu' geht's los.

Keynote

Wie so oft versucht Sven dem Fußballfremden Patrick den Ball zuzuspielen und fragt ihn, was den nun eigentlich das Hauptthema der Keynote war. Verwirrt antwortet dieser "superviele Neuerungen". Das Pilot F. drauf anspielt, dass es eine Entwicklerkonferenz war und dieses mal Software aka die Betriebssysteme entgeht ihm ein ganz klein wenig, da Pilot W. das wohl als selbstverständlich ansieht. In der ganzen Aufregung den Flieger in die Luft zu bekommen geht die miserable Ballannahme des Berliner Spielers aber zum Glück auch ein wenig unter und wir wollen an dieser Stelle nicht weiterhin die Aufmerksamkeit darauf lenken.

Und ich taufe dich auf den Namen "Yosemite"

Nachdem Apple selbst ein wenig scherzt mit der Namensgebung (OS X Oxnard, OS X Rancho Cucamonga und OS X Weed) ist klar, das neue Kind trägt den Namen eines Nationalparks. Macrumors hatte übrigens auf einen der folgenden Namen getippt: OS X Sequoia, OS X Mojave, OS X Sonoma, oder OS X Ventura. Patrick empfiehlt auch geradewegs eine DVD Trilogie zum Betriebssystem mit monumentalen Naturbildern… allerdings handelt es sich um den Yellowstone Nationalpark in Wyoming. Egal; trotzdem schön; trotzdem anschauen.

Visuelle Schnitzeljagd

Das Aqua User Interface bekommt ein Upgrade und glänzt mit mehr Transparenz. Nach Stephen Hackett hatte Apple das schon einmal vor ein paar Jahren quasi im Gespräch, aber die Power der damaligen Mac's durchkreuzte diese transparente Vision. Anbei wärmstens empfohlen sei euch ein Artikel auf Stephens 512 Pixels, in welchem er die Historie der UI noch einmal detailliert aufrollt:

On the Past, Present and Future of Apple's Aqua User Interface

"Flach" ist das neue Aqua und passend zur neuen Oberfläche wird auch die Typographie ersetzt, Lucida Grande geht und eine Schrift die nach Helvetica Neue riecht hält Einzug. Ein einmaliges Ereignis, welches es seit dem ersten OS X noch nicht gab. Patrick drückt eine Träne weg, fragt sich innerlich warum kein Geld in die Neuentwicklung eines Systemfonts gesteckt wurde und denkt an die weisen Worte von Erik Spiekermann.

Designprofi Sebastiaan de With ist schon einmal begeistert:

Awesome features. Color. Shadow. Depth. Friendly and not garish. Great work by everyone at Apple who designed Yosemite and made it work.

Sven fasst die optischen Neuerungen von "Mac OS Ten, Ten, Ten" noch einmal zusammen. Des weiteren fängt er schon einmal an die neuen Features aufzulisten. Spotlight kann nun mehr und kommt als Alfred Light bzw. LaunchBar Lite daher. Für Powernutzer wird es wahrscheinlich noch immer ein Schattendasein fristen. Sven sieht also keinen Sherlock-Alarm. Alfred übrigens auch nicht:

Calm down everybody, Alfred isn’t going anywhere (but up) in OS X Yosemite :)
http://blog.alfredapp.com/2014/06/02/alfred-and-os-x-10-10-yosemite/

Wer im übrigen ein Herz für Betas hat, kann Apples öffentliches Beta Programm nutzen (, dessen Limit bei 1 Millionen Nutzer liegt): https://appleseed.apple.com/sp/betaprogram/

Hier ein Übersicht, ob das neue Betriebssystem überhaupt auf eurem Mac läuft. Andreas rät dazu die Beta nur auf einer externen Festplatte zu installieren.

Die allerbeste Neuerung was OS X angeht besteht allerdings im optionalen "Dark Mode"… zumindest für Patrick. Der denkt sich "wenn schon flach, dann flach und dunkel" während Sven seine Darth Vader imitation zum besten gibt und Andreas sich vom Vader OS schon mit dem Satz "Ich bin dein OS X" nach dem hochfahren konfrontiert sieht.

Hände weg, Handy her und mehr Kontinuität

Mit "Handsoff" kann man nun in ausgewählten Programmen wie z.B. Mail und Photos auf seinem Mac anfangen zu editieren und dann per Swipe-Geste auf dem iOS Gerät weitermachen. Das ganze geht auch andersherum und begeistert die Piloten.

Ebenfalls neu mit an Bord ist, dass man nun Gespräche von seinem iPhone am Mac annehmen kann und von dort aus wohl auch telefonieren kann. Wie es nun genau funktioniert wissen die Piloten noch nicht, aber ein Hands-on Test steht demnächst an.

Sven schüttet noch mehr Neuerungen über dem unwissenden Haupt von Andreas aus: Die Nachrichten Applikation zeigt nun auf jedem Gerät "alles" an, also auch SMS. Ob das endlich funktioniert in der Praxis bleibt abzuwarten. Auch Apple TV ist nun weitaus empfangsfreundlicher und man kann nun auch seine Keynote Präsentation auf fremde ATVs im gesicherten WLAN per AirPlay streamen.

Die Nachrichten-App wird nach Sven auch Andreas-freundlicher und versteht sich aufs Bildermanagement pro Konversation, zudem kann man Leute in eine Konversation ein- und ausladen, ebenso ist es nun möglich Audio- und Videobotschaften zusenden.

Patrick probiert während Sven erzählt schon einmal die Sprachmitteilungsfunktion auf seiner brühwarmen iOS 8 beta und Andreas lässt verlauten, dass ihm iMessages bisher kein Kopfzerbrechen bereitet hat, da ihm egal ist ob eine Nachricht nun auf diesem oder jenem Gerät ankommt. Ebenso schnurz ist ihm anscheinend, ob die Nachricht jetzt mit einer Verzögerung ankommt und der meditierende Pilot fordert öffentlich dazu auf bei diesem Thema entspannter zu reagieren. Wichtig ist ihm, dass die Nachricht auf dem Gerät ankommt, vor dem er gerade sitzt. Auf den anderen Geräten kommt sie bei ihm wohl dann ein paar Sekunden später an. Patrick schreit im Stillen auf, weil das bei ihm ↑so↑ überhaupt nicht ist. Er muss warten bis seiner Verzweiflung mit dem neuen Messages ein Ende bereitet wird und dann auch alle Nachrichten endlich mal auf allen Geräten abrufbar sind (Anmerkung der Redaktion: Vielleicht ein Manko, wenn man die Spartarife von Drittanbietern nutzt).

Als eine der letzten OS X Neuerung wird im Ubercast die erweiterte Kommentarfunktion von Mail.app vorgestellt. Ganz wie in Realmacs Ember werden nun per Maus gekritzelte Pfeile und Sprechblasen in ihre vektorisierten Gegenparts verwandelt. Dabei kann man auch Ausschnitte zoomen und über die iCloud völlig sicher Dateianhänge bis zu 5 GB als Anhang der Email hinzufügen.

Um das Yosemite Thema abzuschließen stellt der Ubercast noch klar, dass es zwar schon ist das Airdrop jetzt funktioniert mit/von/zu iOS, aber keiner der Piloten Airdrop nutzt. Ist ja auch klar, der Airdrop an sich ist eine der gefürchtetsten Gefahren in der Aeronautik.

Schnittstellen Bis Zum Abwinken

Listen sind toll… und deshalb:

  • HealthKit & Health
  • Automation mit HomeKit
  • Swift = Einfacher und zum Teil schneller als Objective C. Voll eingebunden mit Cocoa und CocoaTouch für UIs.
  • CloudKit
  • Metal
  • SpriteKit
  • iCloud Drive

Schnell Wie Der Wind Programmieren

Swift der Nachfolger von Objective C ist nach einhelliger Meinung der Kracher dieser Keynote. Deshalb bekommt der auch ein Bild spendiert:

Swift
Link zum Bild

Andreas bemängelt mit einem gewollten Tiefflieger, dass Swift nicht NSSwift heißt. Für die Nicht-Eingeweihten klärt Papa Sven auf: "NS" steht für das NeXTSTEP und verspricht Andreas sein eigenes kleines Programm zum anstehenden Geburtstag zu schreiben. Mehr Details für den interessierten Nerd gibt's auf Wikipedia).

Die Maschine des Ubercast kreist aber noch immer tief über Moscone und Sven fragt kurz und laut in die Runde, wo den das KidKit geblieben ist.

Weghörer-Spezial Nr. 2: Andreas hört nicht, wie Sven nach dem KidKit fragt und erkundigt sich 15 Sekunden später, nach eben diesem.

Ein Blick in die Zukunft - HAL zu Hause

Das Apple mit HomeKit nun ganz offiziell eine Schnittstelle zur Heimautomatisierung bereitstellt wird auf 8000 Höhenmetern ebenfalls hoch gelobt. Patrick zeigt sich begeistert, dass Apple als großer Spieler den Ball weiter ins Rollen bringt und freut sich auf einer schnellere Entwicklung, da er davon ausgeht, dass nun die Konkurrenz auch einen Zahn zulegt.

Italienische Wochen und noch mehr Features bei Apple

Weiterhin wird die Interapp-Kommunikation nun endlich auch besser… Sven bringt es wieder auf den Punkt und sein Kulturbeitrag liest sich wie folgt:

[…] Federico Vitcci, der freut sich gerade ein zweites Loch in'n Hintern.

Sven erzählt munter weiter, während Google Hangouts Patrick zeigt, wie er sich unter der Tischkante hängend versucht das Lachen halbwegs zu verkneifen. Irgendwann gewinnt aber die Begeisterung und er hat sich wieder unter Kontrolle. Dann erklärt Patrick auch, dass man den Share-Dialog anpassen kann (z.B. Facebook nicht mehr anzeigen) und die Schnittstelle für Plug-Ins welche von anderen Entwicklern genutzt werden kann, um den Öffnen-in Dialog mit einer Armada an praktischen Neuheiten zu versehen. Andreas gibt sich nur zu einem Viertel euphorisch, obgleich das ein absolutes Highlight für Patrick ist. Die milde Reaktion des Kopiloten ist natürlich absolut verständlich, da Androidnutzer das ja schon lange kennen. Sven wirft ein, dass aber die absolut engagierte Entwicklerfraktion, welche die "Mac-Szene" (und iOS…) ausmacht, wohl mit einigen Ideen und Implementationen aufwarten wird, welche man so noch nicht gesehen hat. Und die Zeit wird ihm Recht geben….

Übrigens… iCloud Drive unterstützt nun auch andere Cloud-Dienste:

iCloud Drive und Drittanbieter
Link zum Bild

Als iOS 8 Kaninchen plaudert Patrick noch ein wenig aus dem Nähkästchen und erzählt die Mär von der besseren Bildbearbeitung, von Time-Lapse Aufnahmen und und und… bis zu einem weiteren "percussive maintenance" Notmanöver genötigt wird – für den Hörer zu erkennen an dem dezenten Brummen.

Familienbande

Als Familienoberhaupt freut sich Sven über Family Sharing und darüber das er die Einkäufe der restlichen Fechters überwachen kann. Erinnerungen, Kalender, Fotos, Apps und Bücher – all das kann nun mit bis zu sechs Familienmitgliedern genutzt werden, vorausgesetzt es wird eine gemeinsame Kreditkarte genutzt.

Auf noch mehr versteckte Neuerungen weißt Bradley Chambers hin:

This is always my favorite slide.

Slide
Direktlink zum Bild

Patrick sucht den Weg zurück zum Thema Fotos und teilt mit, dass die Preise für Speicherplatz aus dem Hause Apple etwas angepasst worden sind. Pro Jahr zahlt man somit für 20 GB ca. 11,88 USD und für 200 GB in etwa 47,88 USD. Zusätzlich können Pakete bis zu 1 TB gekauft werden; und im Gegensatz dazu was so aus Patricks Mund gekommen ist, sind die Preise doch dropbox-konkurrenzfähig. Hier der Bildbeweis:

Preise
Link zum Bild

Auch Marco Arment zeigt sich begeistert darüber:

Photos and iCloud storage looks amazing. Decent but not Earth-shattering pricing. Very glad to see them tackle this.

App Store 2.0

Egal wie sehr Andreas auch den Eremit gemimt hat, eine Neuigkeit hat ihn als professionellen Screencaster schon vor unserer Sendung erreicht und besonders gefreut: Es gibt nun neben einer verbesserten Suche, einer speziellen, kurierten Kategorienanzeige auch was ganz tolles ==> Videos im App Store. Wer Bedarf hat an einen durchgepimpten Video für sein Produkt oder seine App, der kann sich gerne bei unserem Videopiloten melden.

Auch das Aufnehmen von Screencasts auf iOS gekoppelt mit dem eigenen Mac wird vereinfacht. Wir haben hier einen netten Link ()Apple makes it easy for devs (and others) to screencast iOS apps with OS X Yosemite), ABER… eigentlich viel hörenswerter ist die kietzdeutsche Erklärung von Andreas der genau erklärt, wie das mit dem "Einput" vom Video- und Audiosignal so funktioniert.

Leider, leider tritt Patricks Gedächtnis wieder in die beliebte Falle. Der junge Pilot, welcher sich die eigene Telefonnummer nicht merken kann und gerne mal Weihnachten und den eigenen Geburtstag verschläft muss nun aus dem Stehgreif die Hausadresse des Ubercasts für die Show Notes runterrattern…. Ein Albtraum; und prompt unterläuft ihm auch ein Fehler. Er wundert sich warum auf ubercast.de nur ein weißer Bildschirm mit dem Text "ubercast.de was successfully registered. There is no content yet." erscheint. Versierter Vielflieger wissen natürlich sofort was der Fehler ist, denn den Ubercast findet man unter derubercast.com (oder .de). Schande über sein Haupt. Zum Glück sind keine Säcke mit Teer und Federn an Bord.

Das Ende ist erst der Anfang

Wir nähern uns der Landebahn, doch bevor wir das Fahrgestell ausfahren gibt's noch einen kleines Dauerfeuern an Randerwähnungen.

Als Sven damals auf seinem Atari 500 noch 3D Games programmiert hat waren die Gummistiefel noch aus Holz. Aber auf der Keynote gab's da noch das neue 3D Framework namens "Metal"… welches passender zum aggressiven Namen mit einen Zen-Garten vorgestellt wurde. Ein Zen-Metal Crossover.

Was ebenfalls dank der Flut an Neuheiten zu kurz gekommen ist:

  • Verbesserte Suche auch auf dem iPhone seinem Spotlight
  • Hey Siri = Startet Siri… aber nur mit dem Ladekabel dran'
  • Shazam ist von Haus mit an Bord
  • Mit zu den Plug-ins zählt auch, dass man nun externe Keyboards laden kann
  • AppBundles mit Discounts im App Store möglich
  • uvm

Senkflug-Ansage

Sven Fechner

Twitter: @simplicitybliss
Webseite: simplicitybliss.com

Andreas Zeitler

Twitter: @zettt
Webseite: mosx.tumblr.com

Patrick Welker

Twitter: @_patrickwelker
Webseite: rocketink.net

DERUBERCAST

Twitter: @derubercast
Webseite: derubercast.com

Wir freuen uns über Feedback, Wünsche und Anregungen. Das auch gerne ganz klassisch per Email.

Wir wünschen noch einen schönen Aufenthalt bzw. eine angenehme Überbrückungszeit bis zu eurem Anschlussflug!

Flug #UC004: Rotoren statt Rollatoren

Heute fliegen Hulla-Hoop-Reifen, Yogamatten und Hantel im Cockpit rum. Der Übercast widmet sich dem Thema Gesundheit am Arbeitsplatz.

Überbleibsel

Auf unserem letzten Flug dröhnte es verheißungsvoll aus der Boardanlage, dass der Streamingdienst schlechthin mit dem Riesenkatalog überhaupt in naher Zukunft über den Atlantik in unsere heimatlichen Gefilde strömt. Nun, wenn man Kapitän Sven F. glauben schenken darf, hat Netflix wohl den Ubercast im Abo und sah' sich aufgrund der letzten Episode genötigt, dies auch noch einmal zu bestätigen. Kurz, dieses Jahr noch soll Deutschland benetflixt werden.

Einstieg per Wehleiden

Als orthopädischer Krisenherd und als Einstieg in die Sendung zählt Patrick seine um den Arbeitsplatz geschacherten "Gesundheits-Gadgets" auf:

  • Eine "Handy Max Unterarm-Auflage", welche Schulter- und Nackenmuskulatur, sowie Handgelenke entlastet.
  • Um die Muskulatur der Hand samt Anhang ein wenig zu alten Kräften zurückzuführen, wird der Thera-band Handtrainer benutzt. Dabei handelt es sich um einen gelben Drückball – gelb ist übrigens die ganz weiche Version für Sensibelchen; der Ball ist also nicht zu verwechseln mit den Quetschbällen zur Anti-Aggressivtätsbewältigung.
  • Das Apple Magic Trackpad.

So ein Trackpad sitzt übrigens auch am mauslosen Arbeitsplatz vom Sven und hat dort den Nager schon länger verscheucht. Aber als ältester Pilot und derjenige mit den meisten Flugstunden sorgt Sven sich natürlich eher um das disfunktionale Handgelenk seinen Co-Piloten als um alles Andere… oder ist es doch die geheime Sorge um die Flugsicherheit der Passagiere in der eigenen Maschine wen Patrick kaum noch den Steuerknüppel halten kann? Man weiß es nicht. Auf jeden Fall stößt Sven damit Patrick wieder an olle Kamellen auszukramen (… ganz nebenbei erwähnt, Leser der Show Notes bekommen hier natürlich wieder mehr Backgroundinfos zugespielt):

Vor ca. 20 Jahren im welkerischen Garten….

Vater: Wertester Junge, mein. Dir oh Sohn, meinem eigen Fleisch und Blut vermache ich das geheime Wissen zur ewigen Gesundheit. Hör nur auf meine weißen Worte. Pass auf Jüngling und schweige nun lauschend und werde Zeuge meiner unendlichen Weisheit: Mach den Schubkarren lieber nicht so voll. Teils dir ein auf das der Karren leichter rollt. Lieber mehr laufen, ob einmal oder zweimal das sei dir gleich. Dafür dankt es dir später dein Handgelenk und wird nicht gar zu schnell Steif. Steif und starr durch Altersgebährden. Befolg diesen Rat und du wirst nie deine Gelenke gefährden.

Sohn: Ja, oh ja, mein werter Vater. Ich höre dir zu. Doch wichtig ist nur. Das dein Kind Zeit spart im Stile ganz groß, schneller ist er dann beim Nintendo.

Zu dieser Vorarbeit in Richtung Handgelenkschaden gesellten sich dann noch ein paar Skate- und Snowboardingunfälle. Sven unterstellt sofort xxxx xxxxxxxxx xxxxxxxx xxxxxxxx, was aber von Patrick umgehend berichtig wird, da er mit links xxxxxxxx. Wie dem auch sei, alles war eigentlich noch im (er)tragbaren Bereich und Patrick merkte nur ab und an, dass er gewisse Sachen nicht übertreiben sollte (Liegestütze!! nicht das Andere).

Akut wurde es erst vor zwei, drei Monaten. Die Freundin sagt das iPhone wäre Schuld. Der Wehleidende selbst macht jedoch einen mehrstündiges Wii U Golftournament dafür verantwortlich. Die Wahrheit werden wir wohl nie erfahren.

Der Eingangs erwähnte linderungsversprechende Gummiball wird übrigens auch live während der Show vorgestellt: Link zum Bild

Patrick und der Gummiball

Das Trackpad, kommt bei Andreas nur im MacBook vor, für die Versionen der Co-Piloten hat er jedoch verschiedene Kosenamen parat, welche ihm mehr oder minder leicht von der Zunge fallen. Unter anderen viel der Schulhofsklassiker "Tragic Mackpad", "Dreckpad" und andere verbale Neckereien.

Für die Handgelenkschoner unter euch die experimentierfreudig sind noch ein Link zur Evoluent Vertical Mouse 4 Maus. Diese gibt es für Rechts- & Linkshänder und in verschiedenen Größen (angeblich ist die Wireless-Variante auch ein wenig kleiner als die Kabelgebundene; letztere ist auf dem Mac dank ihrem immens hohen Batterieverschleiß auch nicht zu empfehlen). Die Eingewöhnungszeit soll wohl mehrere Wochen betragen.

Ein Mann und sein Stuhl

Da wir akustisch bemüht waren Genderkorrekt zu agieren, sei uns die obige Kapitelüberschrift dies Mal noch gestattet. Natürlich gibt es auch Geschichten von Frauen und Stühlen.

Lieber Leser, Hörer, Passagiere. Das Klagelied von oben war nicht alles. Sven fängt nun an aus den Vollen zu schöpfen. Seine Verschleißerscheinungen nach Dekaden als Bildschirmarbeiter machen sich in der Nackenpartie in Form von Verspannungen breit und bemerkbar. Zu allem Übel wird seinem Rücken auch von Zeit zu Zeit derbe mitgespielt. Die Schlussfolgerung mit der Sven nicht alleine ist liest sich wie folgt:

»Wenn man seinen Arbeitstag - oder gar noch mehr Stunden - sitzen verbringt, so ist ein guter Stuhl eine zwar teure, aber durchaus lohnende Anschaffung.«

Teuer wird hier mit 1.000 bis 2.000 Euro betitelt, wobei es natürlich nach oben hin fast keine Grenzen gibt.

Der Design-Klassiker "Aeron" von Hermann Miller (ca. 1.500 EUR), welcher auch gern und oft als der Nerd-Stuhl betitelt wird ist Svens Favorit. Als echter Schwabe hat Sven aber noch einen echten Tipp. Zwischen 700 und 1200 EUR bekommt man bei DESIGNcabinet schon einen gebrauchten, aber bis hin zur Neuwertigkeit aufgearbeiteten Aeron.

Co-Pilot, Gesundheitsmessebesucher und orthopädischer Fachhandel Probesitzer Patrick hingegen hat lange Zeit mit dem FALTO-SANAFORM Wip (ca. 700 EUR) geliebäugelt. Beim dem 'Wip' handelt es sich um einen Schaukelstuhl, welcher nicht nur schaukeln kann, sondern auch viele bewegliche Elemente hat. In Patricks Favoritenliste hat dieser es geschafft, da der Wip bei einer nach vorne neigenden Sitzhaltung trotzdem noch den Rücken genügend stützt.

Bei dieser Pilgerfahrt hin zum richtigen Stuhl kreuzte jedoch letztes Jahr der BIOSWING 460 (1.300 EUR) seinen Weg. Da er an diesem Tag viel über seinen zukünftigen Stuhl und körpergerechtes Arbeiten an sich gelernt hat, gibt es an dieser Stelle den ersten Ubergast beim Ubercast.

Interview mit Dr. Reinhardt

Vorab sei ganz nebenbei erwähnt, dass unser Gast die Bordfunkanlage zur Kommunikation nutzt, weshalb sein Auftritt allen Passagieren von Flug #UC004 akustisch einen noch authentischeres Fluggefühl bescheren dürfte. Trick 17 halt. Allerdings ist der qualitative Mitschnitt von Patricks Stimme leider im Bermudadreieck abhanden gekommen, weshalb wir den elendigen Hall auf seiner Spur zu entschuldigen bitten. Einen Suchtrupp auszuschicken kurz vor Beginn diesen Fluges erschien uns zeitlich als ein zu großes Risiko.

Unser Fachmann für gesundes Sitzen, Dr. Helmut Reinhardt, Geschäftsführer des Ergonomiefachhändlers ERGO Kontor, stellt sich vor und Andreas bekommt erst einmal erklärt, dass es bei Dr. Reinhardts Geschäft nicht um ein therapeutisches Zentrum sondern um einen Fachgeschäft mit auserlesenen Produkten rund um das Thema gesundes Arbeiten handelt.

Herr Reinhardt stellt das Konzept vor, welches ihn seit 20 Jahren fesselt und begeistert: Das BIOSWING-Prinzip. Das Schmuckstück in Puncto "Sitzen", welches er in seinem Fachhandel besitzt ist der Bioswing Stuhl.

Patrick pauschalisiert gleich daraufhin erst einmal, dass ja alle Übercasthörer auch Sitzarbeiter sind und angeregt durch den Vielfliegerpodcast gewillt seien mögen, sich mit einer Neuanschaffung für den Allerwertesten auseinanderzusetzen.

Dr. Reinhardt erklärt uns, dass der Körper bereits weiß was er will und was gut für ihn ist. Ein Bürostuhl sollte folglich mehr Werkzeug, als reines Dekormöbel sein. Herr Reinhardt kritisiert, dass man als Arbeitnehmer meist zu wenig Mitspracherecht hat, wenn es um an die Gestaltung eines körpergerechtes Arbeitsplatzes geht, obgleich durch besseres Equipment eine bessere (Arbeits)Leistung erzielt werden könne. Wenn der Körper besser am Leben gehalten wird, das heißt durch ausreichende Bewegung mit mehr Sauerstoff versorgt wird, kann der reguläre "Stillstand" für welchen ein normaler Bürostuhl sorgt, vermieden werden.

Zugleich gibt Herr Reinhardt Patrick ein Stichwort, indem er den Vergleich anstellt, dass dieses verbale schmackhaft machen des Bioswings sei ähnlich erfolgsversprechend, wie als würde er versuchen uns ein gutes Essen zu schildern. Patrick gibt zu, dass Herr Reinhardt ihn ja schon einmal ein 5-Gänge Menü kredenzt hat…. Denn es stellt sich heraus, dass Patrick ein überzeugter Bioswinger ist. In der Tat ist selber probieren (also Testsitzen in diesem Falle) die beste Möglichkeit sich von dem neuen Sitzgefühl des Stuhls zu überzeugen. Zu einer der ersten Lektionen in Sachen Bioswing gehört übrigens "das Sambatanzen", welches Herr Reinhardt in der Bundesallee 201 in seinem Berliner Laden unterrichtet. Seitdem kreist Patrick täglich mit den Hüften bei der Arbeit auf seinem Stuhl.

Eine kleine Demo von Patrick in Form eines GFYs gibt's sofort, jetzt und hier.

Die Geschichte mit einer Hüfte die sich frei bewegen kann auf dem Arbeitsstuhl lässt auch Andreas probeweise kreisen auf seinem Pilotensessel und Herr Reinhardt fügt erklärend hinzu, dass durch Bewegung genügend Sauerstoff in den Blutkreislauf kommt. Heruntergerechnet auf den kleinsten Nenner ergibt sich: Eine Bewegung des Körpers ist immer eine Schwingung. Auch dazu ein anschauliches GFY (ohne Patrick).

Aus seiner Erfahrung und Gesprächen mit Physiotherapeuten und Sportprofis stimmt Andreas zu, dass eine starre Sitzposition suboptimal ist. Beide einigen sich darauf, dass Bewegung grundsätzlich das A und O ist.

Dr. Reinhardt führt an, dass der Bioswing Stuhl dem Nutzer dient, als auch, dass das Prinzip ähnlich dem ist des Recyclings. Der Stuhl gibt die kleinste Bewegungen des Körpers zurück.

Das wir versuchen auf den Körper zu hören, der Kopf aber versucht den Körper von seinen Eigenen Erkenntnissen zu überzeugen ist nicht nur Andreas seine Erfahrung, Patrick nickt im Stillen mit und denkt an sein altes Skript, welchen ihn alle 2 Stunden per Growl dazu auffordern zu kontrollieren, ob er gerade sitzt und nicht seine Füße unter die Schenkel klemmt.

Das wir uns selbst viele Vorschriften machen und eine Neigung zum Besserwissertum haben, wenn es um den eigenen Körper geht wird von Dr. Reinhardt bejaht. Er vertritt den Standpunkt "einfach zuzulassen, was der Körper will". Die Bioswingstühle seien da im Gegensatz zum eigenen Kopf ein Paradebeispiel: Sie machen im Prinzip nichts, außer das sie die Bewegungen des Körpers zulassen. Verschiedene Menschen bewegen sich zu unterschiedlichen Zeiten immer anders. Dies knüpft nahtlos an die Erkenntnis an, dass "der Körper ist so wie er ist, und immer wieder anders."

Als alter Knauser kommt Patrick noch einmal die Sparalternative 'Sitzball' zu sprechen. Dr. Reinhardt für seinen Teil liebt Bälle. Aber stellt klar, das diese eher ein Trainingsgerät sind. Man muss Energie aufwenden, um die Balance zu halten und sich auf das Sitzen zu konzentrieren. Kein beiläufiges Sitzen sei möglich.

Abschließend zu diesem Themenblock wird unser Gast standesgemäß verabschiedet. Richtiggestellt sei jedoch noch, dass das von Patrick in der Show und während des Fluges angemerkte Video zum Bioswing jedoch zum Thema Rückenschmerzen ist und nicht ausschließlich dem Stuhl gewidmet ist. Nichts desto trotz hier noch einmal die wichtigsten Links für Bioswing-Interessierte:

Warum sich den Kopf zerbrechen?

Stühle die der Gesundheit förderlich sind die eine Sache. Andreas greift Dr. Reinhards Aussagen auf und merkt das eigentlich wichtige an: Modernes Arbeiten zwingt den Arbeitnehmer zur sitzenden Tätigkeit, wobei der Körper seit jeher darauf konditioniert ist sich zu bewegen. Ein Paradoxon an sich aus dem folgt, dass unser Körper sich nicht erfreut zeigt mit der statischen Rolle und mit Schmerz früher oder später antwortet.

Das Gefährliche ist nach Andreas auch, dass wir verlernen können auf unseren Körper und dessen Bedürfnisse zu hören. So übergehen wir häufig bereits vorhandene Verspannungen oder fehlerhafte Körper- & Sitzhaltung. Wie auch von Dr. Reinhardt bereits angemerkt, hält sich unser Kopf oft für schlauer und denkt "er weiß es besser".

Zur Korrektur der eigenen Schlauheit schlägt Andreas geeignetes Sitzmöbel (oder frei nach Dr. Reinhardt 'Sitzwerkzeuge') vor, Übungen und mehr sportliche Aktivitäten.

Tischlein deck dich

Bevor es jedoch weiter geht Richtung Gesundheitsrituale und -aktivitäten, leitet Sven noch unser Komplementärthema zum Stuhl ein. Irgendwie kommt er dabei auf die in Übersee so populären Tische mit Laufband zu sprechen. Und genau das ruft natürlich wieder die Kritiker der frühsten Stunde auf die Matte.

Das Laufen und Denken mehr Energie verschleißt und Konzentration verpulvert, davon ist Patrick nach dem Sitzballbeispiel von Dr. Reinhardt überzeugt. Insofern gibt es da bei ihm keine Pluspunkte für so einen Hamsterradtisch zu holen. Andreas kann sich das ganze ebensowenig vorstellen und selbst Sven steckt die konstruktive Kritik an und er stimmt ein in den Chor. Dazu merkt er noch an, dass es bei Arbeitsunfällen versicherungstechnisch wohl in Deutschland bedenklich wird, würde man ungewollt einen Seemannsköpper auf einem solchen Laufband-Tisch hinlegen.

Jedoch gesteht unser Sven ein, dass er den Bewegungsdrang bei der Arbeit kennt und diesem auch in einem speziellen Fall nachgibt: Telefonkonferenzen bei denen reines Zuhören angesagt ist - untertitelt mit "WebEx-Radio" von Sven - verbringt dieser im Home-Office auf dem Spinning Rad. Bei dieser passiveren Tätigkeit an der Hörmuschel gibt es von ihm ein okay für mehr Bewegung; jedoch kann er sich nicht vorstellen in die Fussstapfen von Skripting-Guru Brett Terpstra zu treten.

Glücklicherweise gibt es jedoch auch Tische ohne Laufband. Sven stellt den StandDesk vor, welcher dank einer Kickstarter Kampagne alle Erwartungen über die eigene finanzielle Zukunft übertroffen hat und nun erhobenen Hauptes auf dem Weg hin zur anlaufenden Serienproduktion ist. Kernkennzeichen dieses Tisches ist, das er die sonst teure Option der regulierbaren Tischhöhe gut, günstig und durchdacht schon ab 399 USD an den Mann bringt.

Der StandDesk hat auch Patricks Aufmerksamkeit vor einiger Zeit erregt, so dass er sich eine Kostenübersicht für eine Konfiguration nach seinen Wünschen wie folgt zusammengestellt hat:

  • Frame: matte black
  • Control: standard
  • Extras: cable management tray
  • Desk surface: bamboo (oder midnight black)

Der ermittelte Preis lag dann bei um die 700 EUR, was wohl immer noch gut ist. Hauptverantwortlich gemacht für den Preissprung werden die von Patrick benötigte größere Tischplatte, denn in der normalen/kleinsten Version beträgt diese 125,7 cm x 59,69 cm. Die maximale Größe für den Standdesk ist mit 177,8 cm x 101,6 cm angegeben.

Was der Unterschied zwischen dem Standard und dem Deluxe Rahmen ist weiß Patrick nicht, stellt aber am Rande noch den iMove C von Leuwico vor (1.349 EUR) und weißt darauf hin, dass es bei Ergo Kontor auch schon höhenverstellbare Tische ab 700 EUR gibt. Zu letzterem Angebot sei noch angemerkt, dass es sich wahrscheinlich um den Nettopreis handelt; auch über die Größe der Tischplatte kann Patrick nichts mehr sagen und verweist darauf bei Interesse Kontakt zu Dr. Reinhard aufzunehmen.

Auf dessen Website gibt es auch einen kleinen Leitfaden zur Steh-Sitz-Dynamik:

  • Zwei bis vier Haltungswechsel pro Stunde
  • Kurz und oft aufstehen
  • Stehphasen nicht länger als 20 Minuten
  • Statisches Stehen vermeiden

Wie Patrick gelernt hat, gilt beim Stehtisch dasselbe wie beim Sitzen auf einem Stuhl. Das heißt, niemals immer die gleiche Position aus dem Preset nehmen, sondern auf das Hören auf was der Körper eigentlich will. Dieser sucht sich die ihm genehme Höhe aus.

Anbei noch ein paar Links für die Heimwerker unter euch und alle die sich einen Stehtisch basteln möchten:

Möge die Macht der Gewohnheit mit dir sein Lukas

Da dieser kleine Leitfaden auch an Andreas Ausführungen zum überschlauen Kopf des Menschen nahtlos anknüpft, fragt Sven in die Runde wie man sich denn die positiven Maßnahmen hin zum körperfreundlicheren Arbeiten merken kann.

»So natürlich wie möglich! Möglichst ohne Geräte, möglichst ohne Technik sollte das ganze funktionieren.«

… ist die direkte An- und Aussage von unserem routinierten Fitness-Piloten Andreas. Seine Gegenmaßnahmen und Ausgleichsübungen sind mittlerweile tief in seinem Bewusstsein verankert. Zu dieser Regelmäßigkeit von Angewohnheiten ist er anfangs jedoch auch mit Hilfsmittel gekommen, einige von diesen begleiten ihn auch heute noch.

Anfangs benutzte Andreas Pauses auf seinem Mac, welches nach einem voreingestellten Intervall Keyboard und Maus sperrt und einen durch dieses rabiate Vorgehen daran erinnert, dass man eigentlich Besserung gelobt hat und sich nun Bewegen sollte. Auch wenn Andreas oft die ihm auferlegte Sperre weggedrückt hat, so stellte sich über die Zeit hinweg ein Lernprozess ein. Herr Zeitler erinnerte sich daran, warum er diese App überhaupt installiert hatte und beschreitet von da an die forcierte Pause – dem Rücken und der Gesundheit zuliebe.

Einen ähnlichen Ansatz hatte Patrick zu seiner Anfangszeit der Routinenfestigung, wenngleich der seinige nicht ganz so brutal daherkam. Bei ihm kam mittels Keyboard Maestro Macros alle 60 Minuten die bildschirmfüllende Frage, ob er aufrecht sitzt. Zudem noch alle 60 Minuten eine Aufforderung 10 x tief und bewusst einzuatmen und alle 90 Minuten die Befehl sich nicht ablenken zu lassen. Feldwebel Fechner hakt direkt ein und gibt in feinstem Militärjargon mit einer Prise Vulgarität wieder, wie er sich diese Growlnachricht vorgestellt: "Beine auseinander, Welker!" … wenn da mal nicht verbal die Seife beim Duschen auf den Boden geklatscht ist.

Eine weitere App aus Andreas Fundus ist Stretch. Es gibt keine direkte Empfehlung von Andreas, da der Kontakt zum Entwickler quasi nicht möglich ist zurzeit….

Was die Redaktion bei der Suche nach einem Link für die Passagiere noch entdeckt hat ist dieses Fundstück – ein 2-Sterne Review aus dem US Mac App Store:

I love the idea for the app. Functions well. However, this is completely innappropriate for use in a professional setting. The model is wearing skimpy outfits in some of the stretches (super short and tight skirts, cleavage showing). I wanted to use this in the office but I would be so embarrassed if someone saw my screen.

Andreas kann die Aussagen der Review bestätigen, doch allen Warnungen zum trotz regt Sven ihn zur Live-Demonstration von Yoga-Übungen an. Dieser lässt sich nicht lumpen und seine Co-Piloten steigen sofort unter Schmerzensschreien mit in die Bordgymnastik ein: Link zum Bild

Bordgymnastik

Weitere Empfehlungen von Andreas:

Zum Thema aktive Gegenmaßnahmen und Workflows hat Sven sich dem Energy Project von Tony Schwartz verschrieben. Er arbeiten in 90 Minuten-Power-Sessions, um sich dann seine wohlverdiente Pause abzuholen.

Eine kurze Zusammenfassung von Sven zum Energy Project und The Power of Habit:

  • Es gibt vier Kernbereiche, die adressiert und in Einklang seien müssen: 1. Physisches Wohlbefinden (Gesundheit und Fitness) 2. Emotionales Wohlbefinden ("Glücklich sein") 3. Mentales Wohlbefinden (In der Lage zu seien zu fokussieren) 4. Spirituelles Wohlbefinden ("Sinnhaftigkeit" und Überzeugung der Tätigkeit)
  • Hochleistung wechselt sich mit Erholungsphasen wellenförmig ab: 90 Minuten eine Aufgabe und dann eine bewusste Pause.
  • Essen ist sehr wichtig: Schnelle Kohlenhydrate vermeiden (Zucker, Weissmehl, …) damit man keine Blutzuckerachterbahn erlebt, mit Koffein haushalten (Schwarzer Tee hat MEHR Koffein als ein Espresso!), viel Wasser trinken, Protein-haltige Snacks
  • Schlaf ist essentiell (95% der Menschen brauchen 7-8 Stunden regelmäßig; idealerweise stets zur selben Zeit)
  • Kurzer 20 Minuten "Nap" zwischen 13-15 Uhr gibt nochmals Schub für den Nachmittag.
  • Es kommt nicht auf die Anzahl der Stunden an, sondern auf die Energie, die man in eine Aufgabe zu stecken in der Lage ist.
  • Multi-tasking funktioniert nicht (welch' Neuigkeit!) — im Gegenteil: Bei "Multi-Tasking", besser bekannt als "Fast Task Switching" braucht man pro Aufgabe Minimum 25% länger.

Wer mehr Details haben möchte dem sei hiermit der passende Podcast zur Zusammenfassung ans Herz gelegt (Der Ubercast, Folge 4).

Des weiteren empfiehlt Sven noch die Extralektüre "Be Excellent at Anything" (wovon leider keine deutsche Version verfügbar ist).

Der dritte im Bunde, welcher seine Gewohnheiten zum besten gibt ist Patrick, dessen Tag im Idealfall mit 2 Wassergläsern, Yoga und ein wenig Sport anfängt. Dabei schwört er nicht zu 100% auf die "Seinfeld Strategy", sondern auf eine individuell angepasste Variante, welche auch kleine Abweichungen und Fehler verzeiht. Normalerweise setzt man sich ein Ziel und streicht es dann pro Kalendertag nach Erledigung ab, um so seine "Siegeskette" immer weiter zu verlängern. Sofern aber der Kopf überzeugt ist und der Körper die Ergebnisse liefert (ob früher oder später), kann man nach Patrick damit lockerer verfahren und muss nicht so streng sein. Dadurch vermeidet er mit seiner abgewandelten Variante allzu negative Assoziationen des Versagens für den Fall, dass einmal die Kette unterbrochen wird.

Die App, welcher Patrick und auch Sven den Vorzug geben heißt Habit List. In dieser lassen sich flexibel Listen anlegen, unter anderem auch nach einem Schema à la 'erinnere mich 3x wöchentlich X zu erledigen, aber bloß nicht am Wochenende'. Andreas hat eine ähnliche App parat, welche auf den Namen Goal Streaks hört.

In seine Meditationrhythmen gibt Andreas noch geheime Einblicke. Die sind aber so geheim, dass die Redaktion erneut bereits erwähnten Podcast empfiehlt, wo es dann auch mehr saftige Details gibt. Diese Empfehlung wird natürlich nicht nur ausgesprochen aus dem Grund den Show Notes nun ein Ende zu bereiten.

Zum Abschluss sei noch der von Andreas auf den Punkt gebrachte Satz hervorgehoben, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss Gewohnheiten zu festigen und man sich nicht an strikt an ein vielversprechendes Schema klammert.

Senkflug-Ansage

Dr. Helmut Reinhardt

Webseite: bioswing-berlin.de

Sven Fechner

Twitter: @simplicitybliss
Webseite: simplicitybliss.com

Andreas Zeitler

Twitter: @zettt
Webseite: mosx.tumblr.com

Patrick Welker

Twitter: @_patrickwelker
Webseite: rocketink.net

DERUBERCAST

Twitter: @derubercast
Webseite: derubercast.com

Wir freuen uns über Feedback, Wünsche und Anregungen. Das auch gerne ganz klassisch per Email.

Wir wünschen noch einen schönen Aufenthalt bzw. eine angenehme Überbrückungszeit bis zu eurem Anschlussflug!

Flug #UC003: Frisch Geströmtes aus der Bordküche!

Heute wird euch eine lakonische Crew präsentiert, welche zu allem Überfluss konsequent übernächtigt daherkommt, da in den Vornächten drei Vollmondflüge anstanden. Nun ja, bis auf Andreas, denn der ist das blühende Leben.

Die Diskussion, oder der Versuch einer selbigen, geht um Audio- und Video-Streamingdienste, die es in Deutschland gibt oder auch nicht.

Überbleibsel

Unser Follow-Up started bombastisch mit einem Blindflug, denn Pilot Andreas mimt den Navigator in unbekannten Gewässern. Er hat den ehrenvollen Auftrag einen Satz zur neuen Version von Photos+ zu sagen, welches neuerdings auch Drop de la Box unterstützt, so wird im Übrigen der Wolkendienst mit dem blauen Icon von der Sprache ohnmächtigen Halbfranzosen genannt). Das Ding ist, dass Andreas die App nur vom Hörensagen kennt. Nehmt es wie wir mit Humor und verzeiht uns unsere Semi-Professionalität – die Stützräder sind ja noch am Flieger angeschraubt.

Bleiben wir bei Dropbox: Loom wurde Opfer/Benefiziant einer Akquise (von Dropbox)… und Patrick findet das Gut – eigentlich findet er jede Dropbox Akquise gut (≠ Google).

Flickr 3.0 wird samt Melonen-Osterei als Icon von Sven vorgestellt. Dies inklusive einer gehörigen Menge an positiven Verschwörungstheorien bezüglich potentieller, hochprominenter Ubercast-Hörer. Patrick nutzt die Gunst der Stunde und hält einen kleinen Monolog über die Abwesenheit von iPad-Anwendungen populärer iPhone Foto-Apps.

Dank unseres Hörerfeedbacks gibt es einen linguistischen Ausflug und Sven erklärt was es mit der Wortschöpfung "Percussive Maintenance" auf sich hat. Ganz Allgemein bedankt sich die Boardcrew noch überschwänglich für die Berge an Bewertungen… wie Eingangs erwähnt kommt das durch die Boardsprechanlage vielleicht ein ganz klein wenig lakonisch rüber.

Nostalgie, Piraterie, Messie

Doch bevor wir in die reißende Flut springen, gibt es noch ein paar Anekdoten aus dem Nähkästchen eines Ex-Bandenoberhaupts des Langenbacher Raubkopiererrings.

Patrick hatte wohl den einzigen CD-Brenner im 500-Seelen-Dorf und damit sein erstes Taschengeld verdient. Andreas spricht direkt einen kritischen Punkt an, und zwar das Strom auf dem Land wohl so seinerzeit Mangelware war. Sein Co-Pilot erklärt ihm dann, dass das Ding (der Brenner) wohl aus Holz war und der Strom per Laufrad von der benachbarten Hamsterfarm bei jedem Brennvorgang hinzugeführt wurde.

Das ganze läuft unter Jugendsünden und Pater Fechner nimmt die Buße gerne ab. Apropos, Sven war eigentlich immer brav und hat seit jeher gekauft.

Andreas lehnt sich gaaaanz weit raus und klärt auf über das legale Bereitstellen von Sicherheitskopien. Fundiertes Fachwissen in Form von Feedback ist willkommen, da der Ubercast trotz Fluglizenz keine rechtlich, verbindlichen Aussagen zu dem Thema machen kann.

Ein Anflug von Nostalgie macht sich breit: Das Mixtape. Ist es tot? Sven will der Frage auf den Grund gehen, ob die Wertigkeit von Musik sich verlagert hat in unseren heimischen Stereoanlagen, da diese ja nun quasi auf Abruf bereit steht und weder Schweiß, noch Tränen fliesen. Die Boardcrew erörtert dieses Thema dann genauer. Die kurze Zusammenfassung lautet wie folgt:

Streaming bedeutet…

  • jederzeit ein Meer an Auswahl zu haben,
  • … die Möglichkeit haben, nur das Beste sich rauszupicken (die klassische Investition in ein Album mit nur einem Hit fällt weg)
  • … oft ist Zugang ≥ Besitz (siehe auch die fünf Punkte von Frank Chimero zu dem Thema).

Opa Andreas hat neben dem Wort zum Sonntag, welches die Einleitung abschließt, sich auch den Draht zur Jugend (O-Ton: zu den "Kids") bewahrt. Der grau-greise Pilot schiebt die Unkultur einer unorganisierten, unaufgeräumten, unrechtmäßig erworbenen MP3-Sammlung auf den Altersunterschied.

iTunes Radio und iTunes Match

Aus der Reihe "Sven klärt auf" gibt es heute iTunes Radio. Das ist quasi ein Blick in die Zukunft, da wir das Apple Radio ja noch nicht im deutschsprachigen Raum verfügbar haben. Die magischen Kräfte diese Alpha-Piloten sind jedoch so mächtig, dass die Information nur so aus ihm strömt wie die Schöne aus Memphis in der Luft liegt.

Das Konzept von iTunes Radio basiert auf "Stations", wenn einem etwas beim Durchhören gefällt, dann kann man den Song regulär bei iTunes kaufen.

Da Sven seiner Zeit dieses Mal zu weit voraus war, muss ein Wendungsmanöver vollführt werden, da wir den Zwischenstopp zum Musikauftanken bei iTunes Match fast überflogen hätten.

Über die kleinen Probleme mit dem Artwork bei iTunes Match gibt Andreas seine Tricks zum Besten, Sven ist ebenfalls angetan von dem Service, nur Patrick beginnt wieder S.O.S. über Funk zu morsen.

Warum? Patrick's Library ist wohl zu groß für iTunes Match. Außerdem wird ihm Angst und Bange bei den vielen manuell hinzugefügten Songs von digitalisierten LPs, 6-Stunden-MiniDisc-Mixtapes und Konsortien. Seiner Meinung nach würde das zu einem heillosen Match-Durcheinander führen. Er sieht die potentielle Gefahr darin, dass er auf einmal die iTunes Songs hat und die legendäre Liveaufnahme aus dem Konzert wo Roberto Blanko und Johnny Cash ein Duett singen überschrieben wird mit der regulären June Carter Version.

Hier noch einmal ein Blick in die rohe Statistik seiner Angeber-Bibliothek:

  • Musik: 92.000 Items (502 GB)
  • Hörbücher: 1.637 Items (310 GB)

Zu seiner Verteidigung wurde die Redaktion gezwungen hier niederzuschreiben, dass da "viel Müll dabei ist" und er das ja alles unbedingt aufheben muss, falls er wieder anfängt Musik zu produzieren, ergo, Inspiration und Samples braucht. Seine Co-Piloten und Lebensabschnittsgefährtin (L.A.G.) schütteln jedoch weiterhin mehr oder minder still den Kopf über so viel Hortertum ((Interna: Besonders letztere ist "not amused" über zahlreiche Kisten mit Platten und CD's im eh schon viel zu kleinen Berliner Keller)).

Spotify

Es soll einige Leute der Spezies geben, welche konstant über einen längeren Zeitraum Spotify und Rdio getestet haben. Patrick ist so einer. Was ihm an Spotify gefällt und was er nicht so toll findet hier in ein paar Stichpunkten.

Pro:

  • sehr gute iTunes-Integration
  • die breite Palette an Organisierungsmöglichkeiten
    • Ordner (nicht verfügbar in der Web-App)
    • Separatoren (nicht verfügbar in der Web-App und iOS)
  • der funktionsorientierte Aufbau der App (z.B. das man sieht in welcher Playlist man gerade ist, welcher Track gespielt wird und man dort mit einem Klick hinkommt)

Con: - P2P-Basis (Upstream Killer) - Sammlungen und Playlists von Followern entdecken ist nicht gut gelöst

Egal ob Spotify, Rdio oder wer auch immer, den perfekten Sync vermisst Patrick noch, da er ein iPad mit viel Speicherplatz hat, sein iPhone damit aber nicht dienen kann. Eine separate geräteabhängige Synchronisation wäre das Maß aller Dinge für ihn.

Die UI war in Svens verwöhnten Augen so unschön anzusehen, dass er diesen Anbieter nie ernsthaft für sich in Betracht gezogen hat. Andreas ist auf seiner Seite und geht gar soweit, dass die neue UI immer noch nix für ihn ist.

Link für die Freunde der konstruktiven Kritik: Spotify Ideas - The Spotify Community

Hard facts zu Spotify:

Spotify hat einen funktionellen und iTunes-orientierten Look. Ihr bekommt Spotify in einer Free Variante angeboten, welche sich rein über Werbeeinblendungen finanziert. Die Premiumversion schlägt mit 9,99 € im Monat zu buche. Wer bei der Telekom seinen Vertrag hat kann in manchen Tarifen (z.B. den Complete Comfort Tarifen) – was im Podcast nicht so deutlich rüberkam - Spotify für lau nutzten.

LastFM

Der Dinosaurier unter den Musik-Diensten tritt bei Andreas Spuren in den Sand. Er hat ihn vor einigen Monaten für sich wiederentdeckt und nutzt per Scrobbling LastFM als iTunes-basierte Verlaufsdatenbank (also als eine Historie der von ihm durchgelauschten Schmuckstücker).

Auf dem Mac hat Andreas iTunes Scrobbler am Start, und, um an den Live-Screenshot Erfolg seines Karabinerhaken-Wearables anzuknüpfen gibt es hier einen Bildschirmfoto von seinem bevorzugten iOS Scrobbler (QuietScrob inkl. Background-Refresh): Link zum Bild

Live aus dem Podcast

Hochgelobt wird Ecoutez für iOS und die API von LastFM, welche dem versierten Codeschubser und anderen Entwicklern die Möglichkeit gibt mehr rauszuholen aus dem Hörvergnügen.

Anmerkung von der nörgelorientierten Redation: Ecoutez ist nicht die Mitte des Eies für Hörbuchfreunde – das scrolling in einem langen Hörbuch funktionert nur in einer Geschwindigkeit.

Hard facts:

LastFM ist ein kostenloser Service für 'Entdecker von Musik'. Empfehlungen gibt's anhand der eigenen Hörgewohnheiten.

Rdio

Das Design-Schmuckstück der hier vorgestellten Streaminglösungen wird im Hause Fechner (in Bälde) von jedem Familienmitglied benutzt. Was Sven neben der schlichten UI und der familienfreundlichen Preisgestaltung gut findet ist der Sync auf seine iOS-Geräte, damit er bei Pferdetrabrennen seine lokal gecachte Musik hören kann (, denn Deutsche Klepper haben meistens nur EDGE).

Das beste Feature für Sven und Patrick sind Stations. Das sind automatische Playlists die Anhand eines Songs erstellt werden und laut der Beiden erstklassige Ergebnisse zu Tage fördern. Patrick ist so Feuer und Flamme für Stations, dass er Sven mitten in der Lobpreisung unterbricht und seine eigene anstimmt, dies inklusive Verweis auf seine "State of an 80s Emo"-Playlist. Sven schwelgt dann hinterher und bewirbt seine Jazzanova Station, welche ihm das Sonntagsfrühstück versüßt. Beide wundern sich über den voodooartigen Algorithmus, welcher wohl in Vollmondnächten mit zu Zöpfen geflochtenen Katzenhaaren aus Montenegro bestrichen wird, um so derartig gute Ergebnisse abzuliefern.

Andreas stellt sich wieder absichtlich ein wenig quer und schließt aus den downtempo- und emolastigen Glorifizierungen der Stations, dass der Katalog wohl nur Stärken im Bereich dieser Genres aufweist. Genau das wäre dann nix für sein elektronisches pochendes Herz. Patrick will zur Rettung eilen und schüttet Lob für das Lieblingskind des Co-Pilots aus, macht aber den Fehler Spotify in Sachen Hip Hop und Rock zu loben, was wiederum Sven auf die Matte ruft und vehement Rdio weiterverteidigt. Mit blauen Flecken an den Ohren begibt sich jeder Pilot wieder in seinen Sitz… doch das Glück ist den Passagieren hold: Die Maschine fliegt noch immer.

Einige Leute scheinen jedoch immer noch in einer Art Austeillaune zu sein. Pilot Patrick bringt aus Prinzip noch folgte Kritikpunkte zum Vorschein:

CON - mehr Organisierungsmöglichkeiten nötig (Ordner!) - UI erschwert es einem den aktuellen Song zu finden (selbst bei dem neuen Popup rechts unten – was im übrigen zu der Screenshot Orgie weiter unten geführt hat) - iTunes Integration nicht so gut wie bei Spotify - bei Patrick deaktiviert, weil es sonst die gesamte Bibliothek in die "Favoriten" (aka Collection) haut

Anbei gibt es noch den Link zu den Feedback-Screenshots (die haben nun auch schon mehr als ein Jahr auf dem Buckel).

Sven harkt immer wieder ein und bringt zu jedem Kontrapunkt einen Pluspunkt für seinen Service der Herzen.

Andreas schaltet vollkommen ab und spielt derweil Snake 97 auf seinem iPhone. Danach entdeckt der Rdio-Neuling noch die zugegebener Maßen nicht sehr vorteilhafte Preisstrukturierung in der Rdio iOS app.

Hard facts:

Rdio gibt es in Deutschland leider (noch?) nicht als kostenlose Version mit Werbeblöcken. Dafür gibt es drei Preispakete:

Die Desktop und Web Variante für 4,99 € im Monat, den Unlimited Plan, welcher Web, Desktop und Mobile Apps für 9,99 € mit Musik beströmt und das Familienpaket welches ab 17,99 € für zwei Nutzer startet und immer billiger wird, je mehr Leute man mit ins Boot holt (3 Personen 22,99 €, 4 Personen 27,99 € und max. 5 Personen zu 32,99 EUR pro Monat).

Beats

Zu Beats, dem populären und hierzulande noch nicht zugänglichen Service, welcher durch handkurierte Playlisten besticht, wird ein Kurzflug übernommen. Leithammel Sven entführt mit seinen seherischen Fähigkeiten wieder ins Neuland.

Alternativ bietet sich für die ganz ungeduldigen unter euch die Möglichkeit an, per VPN Beats heute schon zu nutzen. Dies ist ein Grund warum wir hier kurzer Hand mal VPN vorstellen.

Video-Streaming Dienste

Der andere Grund warum das Thema VPN angerissen wurde ist, dass wir als "Bonus" zu dieser Folge auch noch Videostreaming behandeln. Das ganze beschränkt sich auf die letzten 10 Minuten des Podcasts. Dies aus dem einfachen Grunde, da das Angebot im deutschsprachigen Raum die Boardcrew nicht wirklich aus den aeronautisch geprüften Socken haut.

Der Hoffnungsschimmer welcher sich abzeichnet ist folgender: Netflix soll ab Herbst in Deutschland verfügbar sein. Aber bei der profitorientierten Rechtevergabe großer Studios wagen wir die Prognose, dass der Katalog auch hier nicht ein 8-Gänge-Menü auf die Vesperplatte zaubern wird. Passend zum Thema hat Graham Spencer von MacStories gerade einen wunderschönen Artikel am Start: Mapping The International Availability of Entertainment Services.

Ebenfalls in der Schusslinie ist AmazonInstant, ein weiterer Service welcher durch ein eher karges Angebot besticht.

Svens nutzt aus Verzweiflung Apples Videoleih- und Kaufoptionen.

Abschließend gibt's noch eine kleine Diskussionsrunde über die Zukunft von Videostreaming. Piloten unter sich halt.

Bonus-Schmackerl 1: Nur und exklusiv für die Leser hier… "Frisch" aus der Zeitungsablage der sanitären Einrichtung von den Schwiegereltern in Spee hat Patrick noch diese Übersicht an Streaming-Diensten ausgegraben.

Bonus-Schmackerl 2: Nur für die Hörer unter euch… die Outtakes… akustisch verabreicht direkt nach dem offiziellen Abspann.

Senkflug-Ansage

Sven Fechner

Twitter: @simplicitybliss
Webseite: simplicitybliss.com

Andreas Zeitler

Twitter: @zettt
Webseite: mosx.tumblr.com

Patrick Welker

Twitter: @_patrickwelker
Webseite: rocketink.net

DERUBERCAST

Twitter: @derubercast
Webseite: derubercast.com

Wir freuen uns über Feedback, Wünsche und Anregungen. Das auch gerne ganz klassisch per Email.

Wir wünschen noch einen schönen Aufenthalt bzw. eine angenehme Überbrückungszeit bis zu eurem Anschlussflug!

Flug #UC002: iCloud Photostream frisst Wien

Bevor wir einsteigen ins Thema Photo Management gibt's von einem der beiden Baden-Württemberger einen Hinweis auf ichbinBW.de und @ichbinBW – wer diesem schönen Bundesland in auch nur irgendeiner Art und Weise zugetan ist, kann dort gerne einmal vorbeischauen bzw. selbst mitmachen.

Follow-Up

Da nun dem Lokalpatriotismus genug gefrönt wurde, werden sozusagen als Follow-Up die Schritterzähler der Crew verglichen. Sven triumphiert über alle anderen mit um die 18.000 Schritten - (welche hauptsächlich durch das Treten von Pedalen zu Stande gebracht worden sind, was ungeniert hier noch einmal der Fairness halber angemerkt wird von der Redaktion) -, dicht gefolgt von Patrick mit fast 12.000 Schritten. Andreas hat ja kein Wearable… zumindest nicht bis vor kurzen, denn der Gute hat die komplette Crew samt aller Passagiere an Board (unbeabsichtigt) hinters Licht geführt. Sein dunkles Geheimnis: Er hat doch ein Wearable, wenngleich das antike Schmuckstück bisher verstaubt, unauffindbar und vergessen in der zeitlerischen Villa sein dasein fristete, so befördert nun dieses Beweisfoto die hässliche Wahrheit ans Tageslicht:

Karabiner mit Extras

Link zum Bild

Alles eine Frage der Kamera

Andreas kommt ohne Extra-Hardware aus und schießt sein Fotos mit dem iPhone. Anbei eine kurze Liste seiner favorisierten Apps:

Damit jedoch nicht genug, denn auch KitCam und PhotoForge von GhostBird Software tummeln sich noch auf seinem iPhone, obgleich es diese Zwei nicht mehr im App Store gibt, da Yahoo! die kleine Softwareschmiede aufgekauft hat. Für Interessierte hier ein Artikel von iMore.

Schaut man auf Patrick's Gadgetpark, merkt man schnell, dass er ebenfalls ganz ohne Fotoapparat auskommt – zum schießen seiner Bilder benutzt er ausschließlich die Standardkamera-App, welche Apple mit auf's iPhone geschnürt hat. Dies macht er nach eigenen Angaben aus dem einfachen Grund, "da man die App vom Lockscreen aus so schnell erreichen kann". Zum editieren auf iOS benutzt er dann, je nach geplanten Verwendungszweck, eine seiner 48 Apps zur Fotobearbeitung.

Sven mimt auch in dieser Folge wieder die Extrawurst und hat als einziger eine richtige Kamera… und zwar besteht sein Fotografen-Suspensorium aus einer Sony RX100 (welche mittlerweile auch als MKII verfügbar ist). Um eine offene Frage aus der Show direkt an dieser Stelle zu klären: Ja Sven, deine Kamera kann auch Raw Dateien schießen. Und da der Link zum Sony Store ins Leere läuft gibt es anbei gerade diesen Link zu einem passendem Artikel.

Zu guter letzt fotografiert Sven aber auch mit seinem iPhone 5 – und um seiner Liebe zur Fotografie genügend Ausdruck zu verleihen, geschieht das trotz Staubfussel in der Linse. Er nutzt dabei die Stock App und Instagram.

Sven's Bilder kommen übrigens mit dem Camera Kit erst einmal auf's iPad und danach relativ zügig auf den Mac. Damit sind wir auch schon bei unserem nächsten Unterpunkt angelangt….

iPhoto, Aperture und Lightroom

Dieses Kapitel wurde in unserer Pilotengesprächsgruppe als "The good, the bad & the ugly." untertitelt. Sven beginnt den Flug über den verwilderten Wesen und plaudert aus dem Nähkästchen. Der geneigte Zuhörer erfährt hier warum er von iPhoto zu einem weitaus flexibleren System gewechselt ist und was ihn an iPhoto gestört hat. Was sich als Hauptkritikpunkt herauskristallisiert hat war, dass insbesondere wenn man mit mehreren Nutzern diese datenbankbasierte Anwendung nutzen möchte, kommt es unweigerlich zu Problemen. Nichtsdestotrotz, die positiven Eigenschaften von der "all-Apple-Lösung" mit iPhoto werden hier von Sven nicht unter den digitalen Teppich gekehrt, sondern ebenfalls kurz benannt und anhand einiger Schilderungen von Familienfeiern zum Besten gegeben.

Den nächsten Gaul sattelt Patrick und treibt den Photo-Western-Epos voran indem er seine kurze Historie von iPhoto, über Lightroom hin zu Aperture vorträgt. Besonders geholfen hat im wohl zur Anfangszeit ein Artikel von Michael Kummer, anhand dessen er die Unterschiede zwischen Ordnern, Projekten, Alben und Smart-Albums in Aperture kennengelernt hat. Wer dahingegen wissen möchte warum Lightroom besser in der Bearbeitung von Fotos ist und warum Aperture trotzdem super für's Organisieren ist, der sollte sich bei The Sweet Setup The best photo editing app for the Mac durchlesen (denn der Artikel ist Ubercast approved).

iCloud und Photostreams stellten sich als kleiner Kritikpunkt für alle drei Piloten heraus. Sven nutzt sie nicht mehr, Andreas ebenfalls nicht und Patrick plant auch der iCloud den Rücken zuzukehren. De facto gilt es festzuhalten: Photostreams an sich funktionieren gut im Apple Kosmos, auch wenn die Piloten diese Flugroute allem Anschein nach nicht bevorzugen.

Das iCloud nicht von jedermann als komfortabel empfunden wird, wird festgemacht daran, dass es zwar gute und sinnvolle Möglichkeiten gibt, zum Beispiel geteilte Photostreams zu nutzen, aber, dass es eben auch viele Limitierungen gibt. Genau diese können bei unbedarfter Nutzung zu einen bösen Erwachen führen. Deshalb spendiert der Ubercast auf seiner Bordkarte an dieser Stelle ein paar Links zu wichtigen Supportdokumenten von Apple, welche die Hard-Facts angeben und zeigen was genau fototechnisch mit iCloud geht und was nicht:

Zusammenfassung der Limitierungen:

  • 25.000 Bilder monatlich, 10.000 pro Tag und 1.000 pro Stunde.
  • geteilte Streams max.: 5.000 Bilder
  • Videos, max. 5 Minuten
  • "Mein Fotostream" = immer die letzten 1.000 Bilder für max. 30 Tage

Kritisiert wurde von Patrick, dass Apple als nicht sehr transparent zu werten ist, was das Thema iCloud und Photostreams angeht, da einfach zu viel Suchmaschinendrescherei von Nöten sei, um die reine Basisinformation zu finden. Eine übersichtliche und von allen Plattformen aus einfach zu erreichende Anlaufstelle steht somit auf der Wunschliste.

Im wilden Westen geht die Sonne unter. Sven und Andreas folgen abwechselnd mit Lob und Kritik zum Thema Events in iPhoto.

Von iPhoto zu Dropbox

Tja, nun geht es ans' Eingemachte. Svens Workflow wird vorgestellt. Gleich erfahren gespitzte Ohren wie man denn nun eigentlich den Umstieg von der iPhoto Datenbank hin zur selbstgekleisterten Ordnerstruktur schafft.

Nach Svens einführenden Worten wollte Patrick ihm ganz generös das alleinige Lob hinsichtlich seiner Pionierarbeit was diesen Workflow betrifft zugestehen…. Doch Sven - ganz Gentleman - besteht darauf, sich dieses Lob mit Federico Viticci von MacStories zu teilen (Moving From iPhoto To Dropbox), da sein eigener Artikel - "Exporting your iPhoto Library to Dropbox" - lediglich ein paar Tage vorher erschienen ist. Was er nicht weiß ist, dass Patrick nur die 2014er Version von Federicos Workflow sich parat gelegt hatte für die Show Notes, sonst hätte es von Anfang an ein Doppel-Lob geregnet. Ein Faux-Pas das ins Bodenlose reicht. De facto heißt das: Beide haben es super gemacht und unser UberPilot Sven erklärt nun noch einmal für die Lesemuffel, was die Kernpunkte sind, sowie worauf es ankommt beim Export.

Was den Werkzeuggürtel angeht, denn Sven benutzt hat, so sind zum einen PhoShare, eine auf Python basierende App, die spezialisiert ist auf's Exportieren (und welche seit Oktober 2012 nicht mehr weiterentwickelt wird, aber dennoch selbst heute funktioniert, sowohl mit iPhoto als auch Aperture). Zweitens, fand das EXIF Tool, eine Perl Library zum Übertragen der EXIF Information (aus iPhoto zur exportierten Datei hin) den weg in die Exportierwerkzeugkiste.

Als Update zu seinem fast schon in die Jahre gekommenen Workflow verweist Sven auf die Dropbox Mac App, welche seit September 2013 nun auch als iPhoto Importer fungieren kann:

Das Amen gibt es danach von Andreas, denn er ist zufrieden mit der reinen Apple Lösung, wobei Patrick den großen Datenbank-Exodus noch vor sich hat. Letzterer merkt aber an, dass er das Ziel einer Ordnerstruktur basierend auf Jahres- und Monatszahlen wie Co-Pilot Sven demnächst anfliegen wird.

Dropbox Photo Management

Hier und jetzt wird geklärt, wie man die vielen Fotos am einfachsten auf dem Mac managed, wenn man sie denn erst einmal befreit hat aus den stählernen Klauen einer Datenbank.

Auch zu diesem Thema findet man auf Sven's Blog SimplicityBliss den hochwertigen und hausgemachten Senf aus dem Hause Fechner: Photo Management Workflow. Zum Nachkochen dieser köstliche Rezeptur sind folgenden Zutaten nötig:

  • Hazel zum Einsortieren von Bildern und Aussortieren von speziellen Dateien wie Screen Shots
  • ein iOS Produkt aus dem Hause Apple
  • die passende App zum automatischen Upload der iOS Bilder im Hintergrund, z.B. das hochgelobte CameraSync welches hier auch näher vorgestellt wird.

Feinheiten wie das manuelle Aussortieren und das "Einsortieren" per Drag’n’Drop oder auch gerne per Alfred bzw. Launchbar, welche der versierte Nutzer gerne benutzt, können der mündlich übermittelten Beschreibung im Podcast entnommen werden. Hausmädchen Hazel übernimmt dann den Rest und erstellt die entsprechenden Jahres und Monats Ordner, benennt die Files um und sortiert diese dann an Ort und Stelle ein.

Andreas lässt sich nicht lumpen und setzt nach mit einem ähnlichen Workflow, welcher sich aber in spezifischen Details von Svens holder Vorgehensweise unterscheidet. Was Patrick besonders freut ist die Erwähnung von einer der ersten CameraSync-Alternativen: PhotoSync. Zudem hat Hazel bei unserem gewieften bayrischem Langzeit-Neuschwaben Andreas einen besonderen Verwendungszweck: Instagram Photos sortieren.

Die Begeisterung um PhotoSync war aber dann doch zu viel. Sven sieht sofort in der App einen potentiellen Konkurrenten für sein heiß geliebtes CameraSync (--Nein! Nicht wirklich… aber man muss ja ein wenig theatralische Spannung aufbauen, wenn einem schon die redaktionelle Vollmacht innewohnt–) und erläutert uns dessen umfangreiches Featureset wie z.B., dass es auf bestimmte Wi-Fi's und Locations limitiert werden kann. Feine Sache in der Tat.

Die soeben erwähnte Background-Sync Funktion fördert eine tragische Anekdote von Andreas zu Tage, in welcher es drei Faktoren gibt: Besagter und bereits erwähnter iCloud-Sync, die Stadt Wien und eine 1 GB Datenflat spielen eine tragende Rolle. Solidarisches Mitleid gibt es daraufhin direkt mundgerecht verpackt von Co-Pilot Patrick, welchen exakt dasselbe schicksalhafte Szenario ereilte, bis auf das bei ihm der Faktor Wien durch eine andere Variable zu ersetzten ist. Die Moral: Macht keine 3G-Syncs im Hintergrund (oder geht in die Settings.app und kontrolliert, welche Apps das machen dürfen), sonst brennen euch die verpulverten MB's/GB's/TB's ein Loch ins Portemonnaie.

Fotos betrachten, aber so richtig

Unbound stellte sich für Sven zum Betrachten auf allen Systemen, ob Mac, iPhone oder iPad als Favorit aus. Von dort aus beamt Sven auch ungefragt Urlaubsbilder auf sämtliche ihm zur Verfügung stehende Apple TV's – deshalb ist seine Badehosenssammlung mittlerweile in ganz Stuttgart bekannt. Was Sven an Unbound besonders mag ist das funktionierende und zu justierende Caching.

Andere Piloten, andere Favoriten. Patrick's Spitzenreiter kommt aus dem Hause Synology und trägt den simplen Namen DS Photo+. Diese App glänzt ebenfalls mit Caching aka Offline Alben, sowie einer Auto-Upload Funktion. Nebenbei erklärt er seinen angestrebten Workflow, welcher verblüffende Ähnlichkeit hat mit jenem von seinen Co-Piloten. Der feine Unterschied: Als finales Reiseziel fliegt er seinen NAS von Synology. Allerdings vergisst er im Eifer des Gefechts ein wenig darüber zu erzählen, warum dies sein favorisierte Betrachter ist, dafür sagt er warum der Dropbox dafür nicht in Betracht zieht… und das sogar in Zahlen… altes Matheass:

  • Pro: $9.99 pro Monat (100 GB)
  • Business: $15 pro Monat pro User (1.000 GB) - Minimum: 5 Benutzer was $75 monatlich bzw. jährlich $759 entspricht

Bei der heimischen Fotobibliothek aus Berlin wäre also die Dropbox voll. Was ein richtiger Pilot ist, findet aber immer den Weg zurück zur eigentlichen Flugroute. Patrick gefällt an der Synology Lösung das Web-Interface mit seinen Einstellungsmöglichkeiten (sowie für den Admin, als auch für die Familie, welche die Seite ansurft), sowie die Palette an mobilen Anwendungen, welche konstant weiterentwickelt werden für iOS, Android und das Windows Phone. Erwähnenswert ist, dass die iOS Unterstützung wohl am umfangreichsten ist.

Für Interessierte, die damit liebäugeln sich auch einen NAS zu kaufen gibt es an dieser Stelle ein Link zur Live Demo – leider kann man gerade die Photo Station nicht sehr ausgiebig testen (aber man bekommt einen guten Einblick in das von Synology verwendete System, welches sehr benutzerfreundlich ist): DSM Testserver.

Das Synology für die Photo Station auch eine sehenswerte Blog-Funktion anbietet und das eine rudimentäre Unterstützung für das Anbinden einer iPhoto- und Aperture Bibliothek bereits vorhanden ist (z.B. in Kombination mit Plex) vergisst der sprunghafte Pilot wieder zu erwähnen.

Als Tagträumer mit notorischem Geldmangel wirft Patrick auch die Alternative zum eigenen NAS in den Raum: Mac mini hosting and Colocation. Die gewohnte Plattform (OS X) dort bildet eine sehr angenehme Arbeitsumgebung zum Verwalten und Automatisieren (und ist wie Sven nebenbei anmerkt wohl als genauso NSA-Kugelsicher zu betrachten wie ein NAS).

Finder Photo Management

Nach so viel Hazel wollen die Piloten aber auch noch einmal ein Loblied an die große Handwerkskunst der Scriptschreiberei zum besten geben. Für so ein MacMini in der Wolke Setup, aber auch für ein reines Finder-Foto-Management bieten sich die folgenden erwähnenswerten Links an:

Das Thema Management neigt sich dem Ende zu und auf Svens Zunge brennt noch eine Frage. In plagt die Neugier und er will von Andreas das potentielle Endziel seiner Fotoverwaltung erfahren. Dieser gibt ebenfalls Dropbox als mögliche Lösung an, da dort alles noch einen Tacken zuverlässiger funktioniert als mit Photostream.

Einwurf. Um beim Thema zu bleiben und gleichzeitig von selbigen abzulenken. Für die Stalker unter euch hier unsere Instagram-Profile:

Web Services

Everpix. Da es diesen populären Service nicht mehr gibt, unternimmt Sven einen kleinen historischen Ausflug mit euch und hat ein paar interessante Links mit im Reisegepäck:

Der Trauermodus ist bei Patrick ausgestellt, da Everpix wohl nichts für ihn war. Er zitiert munter aus seiner Email an den Developer warum es zwischen ihm und Everpix nicht gefunkt hat.

Da der passionierte Pilot Patrick (32) gerade am Reden ist, fällt ihm noch ein anderer Web Service ein, welchen er einmal ausprobiert hat und der wie Everpix "out of order" ist, wenn auch durch eine Akquise: Origami.

Origami hatte den Anspruch "für die Familie" gemacht zu sein und war von den Machern von Everyme - The Private Social Network. Aufgekauft wurde die Plattform von einem Konkurrenten (FamilyLeaf).

Ein alter König names Flickr wird am Rande besprochen und Andreas fragt (kritisch) in die Runde inwieweit die Crew Facebook, Google+ und Twitter für den Bilderupload in Betracht ziehen. Die Co-Piloten begleichen die schuldigen Antworten natürlich umgehend.

Um die Web Services abzuschließen stellt Sven noch einmal die aktuellen Everpix Nachfolger vor:

Loom wird gehandelt als Everpix und Photostream Alternative. Benötigt man mehr als die 5 kostenlosen GB, so kann man sich über die Kosten hier informieren (weitere 5 GB können mit Referals dazu gewonnen werden). Die offiziellen Tarife sind in 50 ($50/Jahr), 100 ($90/Jahr) und 250 GB ($150/Jahr) unterteilt. Loom, wird als komplettes iOS Management & Sharing Tool (mit einer ausgefeilteren UI als bei anderen iOS Alternativen) gehandelt und wir legen euch die Review bei The Sweet Setup ans Herz, wenn ihr jetzt ganz hellhörig geworden seid.

Eine weitere Alternative bietet euch PictureLife, dessen Stärken eher auf dem Desktop zu finden sind. Außerdem hat es eine iPhoto (Alben & Ratings) und Aperture (wie iPhoto plus RAW und EXIF sync) Integration. Es unterstützt Video Uploads, kommt mit RAW Support daher und erkennt Duplikate. PictureLife hilft auf dem Mac per Menubar App, hat eine Web App und iOS Clients. Die Preisstruktur ist ähnlich der von Loom strukturiert und man kann sich hier näher informieren.

SmugMug fand Patrick auch nicht schlecht, aber diese Web App hat es nicht in die Show geschafft.

Als das Thema Web Services abgeschlossen wird, fließen noch ein paar Tränen, da alles was sich derzeit auf dem Markt befindet auf einzelne Nutzer zugeschnitten ist und nicht für eine Nutzung durch mehrere Anwender (Stichwort Familie) gedacht ist.

Carousel von Dropbox

Anknüpfend an die nörgelorientierte Krisenstimmung des vorherigen Themas streut Andreas Salz in die Wunde und will wissen, ob seine Co-Piloten etwas an der neuen Dropbox App Carousel stört.

Umgehend, also innerhalb eine Nanosekunde, klagt ihm Patrick ohne mit der Wimper zu zucken sein Leid, welches er schon seit Einführung der um die Fotobetrachtungsfunktion erweiterten Dropbox Web App mit sich rumträgt. Auf einen Punkt gebracht: Er hätte gerne die Möglichkeit einen (oder mehrere) Ordner zu spezifizieren, welche alles Foto-Ordner erfasst werden (im Gegensatz zum Status Quo, wo fast jede einzelne Bilddatei angezeigt wird).

Sven stimmt in diesem Punkt leidgeplagt zu und glättet auch zeitgleich mit Andreas die Wogen. Mit fachkundigen, geschickten Handgriffen heilen beide die offenen Wunden des digital angeschossenen Co-Piloten.

Offizielle Stellungnahme des Ubercasts: Wir LIEBEN Dropbox (ja… sogar in all caps), deswegen sind wir auch so schnell bei 200 Puls – es ist einfach wie bei einem Familienbesuch.

Als krönender Abschluss wird im Senkflug noch der erste Testlauf im Carousel aus dem Hause Dropbox besprochen. Die Vorteile wie die direkte Integration mit der Dropbox liegen auf der Hand. Die sehenswerte und durchaus schöne Zeitnavigation wird gelobt, ebenso das einfache Sharing. Was allerdings wieder ins Visier genommen wird, ist der automatische Background Upload, da dieser nicht so ausgefeilt ist und als einzige Konfigurationsmöglichkeit zurzeit "Wifi only" oder "Wifi and cellular" mit an Board bringt. Sven führt noch einen Vergleich zu Unbound an, da man mit dieser App flexibler ist (z.b. ist das Caching kontrollierbar/beeinflussbar) und nur ein Verzeichnis in der Dropbox zur Verfügung hat (was wie wir festgestellt haben für so manch einen eine willkommene Limitierung ist).

Ansonsten gibt's beim Ubercast nichts gegen Dropbox zu sagen, im Gegenteil wir sind gespannt was als nächstes auf dem Programm steht.

Flug #UC001: Das elektronische Sensorik-Piercing

Boarding abgeschlossen, Tür geschlossen und Startfreigabe erhalten: "Der Übercast" hebt ab mit seiner erste Folge. Eure Besatzung vom Flugdeck diskutiert "Wearables". Ein Überblick über den aktuellen Markt, was ist, was nicht ist und was noch sein kann. Andreas übernimmt die Rolle des kritischen Bordmechanickers und fragt sich was das denn alles überhaupt soll.

1. Die Frühen Jahre von Wearables

Als Einleitung stellt Patrick kurz seine 1995er Avocet Vertech Uhr vor, welche aus der Pre-2000 Ära stammt. Er ist sich bis heute noch nicht sicher, ob der von ihm verlinkte Verriss aus dem Jahre 2013 (Avocet Vertech Altimeter Watch Review - It's Junk!) ernst gemeint ist.

2. Status Quo – Der Wearable Markt heute

Sven schwört auf seinen FitBit, Patrick trägt einen Withings Pulse und Andreas läuft ganz nackt und ohne alles.

Der Nintendo WiiFit Meter und das Stichwort Gamification tauchen kurz auf. Dazu verlinken wir hier auf ein schickes Bild wo man die glorreich selbstgestalteten Avatare, welche diesen Tracker zieren sieht. Wer Nintendo’s ersten Einstieg in den Wearable Markt lieber in Form einer kurzen Videoeinführung sehen will, darf sich die Wii Fit U - Fit Meter Introduction auf der Du-Tube anschauen. Patrick’s Empfehlung für Leute mit viel, viel Zeit und einer Affinität zu englischsprechenden Japanern ist die Nintendo Direct Version mit Satoru Iwata (Global President Nintendo), welche es in epischer Länge hier gibt. Für den geneigten Nintendologen sei auch noch dieser Artikel empfohlen: Nintendo seeks recovery with mysterious 'non-wearable' health product.

Außerdem wurden noch der Jawbone UP am Rande erwähnt, sowie das Nike Fuelband.

Sven erzählt vom Samsung Gear, dabei schluckt, kichert und japst Patrick im Hintergrund, weil er nix gutes dazu gelesen hat – wahrscheinlich hat er sich den Kommentar verkniffen, da er keine sachdienlichen Beweise in Form eines Links für die Show Notes hat. Schande über ihn.

Die kurzen Hard Facts zum Samsung Gear 2: Das ist jetzt nicht mehr auf Android-Basis sondern auf Samsungs eignem Tizen OS, inkl. Pulsmesser. Zusätzlich gibt's noch noch mit dem Samsung Gear 2 Neo eine Budgetversion mit Plastikgehäuse und ohne Kamera. Das Samsung Gear Fit kommt dagegen mehr wie Fitbit daher, als wie eine Smartwatch, soll aber vor allem beim Fitness Tracking bestechen – nicht zuletzt wegen dem brillanten "Super AMOLED Display".

Das war es natürlich noch lange nicht zum Punkt Gadgetspotting… weiterhin wurde in dieser Episode noch erwähnt:

  • Huawei TalkBand B1: Fitnesstracker und Bluetooth Headset in einem.
  • Sony SmartBand: Das Übliche, plus “Lifelog”-Tagebuchfunktion (Orte, Musik, Fitnessstats, Spiele, Bücher).
  • Pebble: ehemaliges Kickstarterprojekt, neue, schicke Modelle und Unterstützung einiger populären Apps wie RunKepper oder Foursquare. Patrick verweist hier auf The Prompt #35: Rage Quit the Vibrate, wo Mike Hurley’s Erfahrungen mit Pebble zur Sprache kommen.
  • Omate: Ebenfalls ein ehemaliges Kickstarterprojekt, vollwertiges 2G/3G Smartphone.
  • Moov

Die Motivation und der Wettbewerb mit sich selbst und anderen kommen zur Sprache. Gamification, die Kontroll- und Erinnerungsfunktion der Wearables, sowie das aufräumen mit pseudo-wissenschaftlichen Ungenauigkeiten, der Fantasie von der Kalorienverbrauchskontrolle und Schlafmessungsschwachsinn sind Thema.

Die Schlafüberwachung einiger Gadgets wird von Sven in die Schusslinie genommen, worauf Patrick den "vielleicht besseren" Basis Science zur Sprache bringt und auf den "Basis Science wants to track your sleep as well as your activity" von Ars Technica verweist. Der Konsens: Wearables sind mehr Lifestyle, als ernsthafte Analysegeräte. Wer zum Beispiel wirkliche Schlafprobleme hat, sollte ins Schlaflabor gehen, dort kann dann auch der Blutsauerstoffspiegel gemessen werden und eine detaillierte Fehleranalyse am Patienten betrieben werden. Wer jedoch nur eine grobe Tendenz seiner Fitness- und Schlafgewohnheiten haben möchte und daraus für sich selbst Rückschlüsse auf den eigenen Gesundheitsstatus ziehen will, der ist beim Thema Wearables durchaus nicht fehl am Platze. Im gleichen Atemzug kommt noch zur Sprache, dass Intel nun Basis gekauft hat für 72 Millionen Euro, nix mehr mit Smartphones macht, sondern sich von nun an lieber auf Wearables konzentriert. Wohingegen sich alle Piloten einig sind ist, dass die von Gabor Balogh durchdesignte klassische Armbanduhr mit Extras ein wahres Schmuckstück ist. Patrick erinnerte das ganze Produkt ein wenig an die Google Glass Alternative namens "LAFORGE Icis". Zu der gibt es auf Vimeo auch ein Video. Dieses hier.

Da sich die Meute nun über wilde Konzepte unterhält hier ein paar weiterführende Links passend zur Tratscherei:

Abschließend taucht noch die Frage auf "Warum kein Polar?" und was Ray Kurzweil (Wikipedia) wohl so zu alle dem sagen würde.

3. Vor- und Nachteile von Wearables

Bei diesem Punkt gibt es wenige Links, da sich die meisten Aussagen wohl auf bereits oben erwähnte Produkte beziehen.

4. Wearables Integration

Im letzten Punkt unterhalten sich die drei Bruchpiloten darüber, wie wichtig ein Ökosystem ist, damit man alle gesammelten Daten auch wie ein diplomierter Statistiker auswerten kann. Alle wünschen sich API's bis zum abwinken, weil es immer gut ist Optionen zu haben mit seinen Daten das tun zu können, was man selbst so möchte. Ebenso gut wäre es, eine Vogelperspektive auf die Datenflut der verschiedene Produkte werfen zu können. Dabei kommt auch Exist zur Sprache, welches die verfügbaren API’s der verschiedenen Anbieter nutzt und probiert alle unter einem Dach übersichtlich zu versammeln.

Existierende Einbindungen gibt es auf IFTTT bereits für einen Teil der Fitness-Gadgets, der versierte Anwender kann wie Andreas mit der Runkeeper HealthGraph API rumspielen oder Brett Terpstra’s Slogger mit dem FitBit und Day One koppeln.

Kritisch hinterfragt wird, ob die mutmaßlich geschlossenen Systeme von Nintendo und Apple geschlossen bleiben, ob das Sinn macht und was für einen Spielraum sie dem Nutzer geben.

Modeerscheinung oder das nächste große Ding? Hier gibt es Links dazu:

5. iWatch Spekulationen

Abschließend wird noch ganz kurz spekuliert, da das ja immer am meisten Spaß macht und man das “im eigenen Blog nicht darf”.

Hier was zur Sprache kam:

  • Was die Gerüchtewelt sagt?
  • Mehr Sensoren als aktuelle Geräte?
  • Companion Device oder Stand-alone?
  • Wie könnte die Integration mit dem iPhone aussehen?

Flug #UC000: Die ÜBER-Pilotfolge

Willkommen bei der Übercast. Der Beinahe-Kollison am Deutschen Podcast Firmament.

Von nun an werdet ihr alle 2 Wochen akustische Rundflüge in den Gehörgang gedrückt bekommen.

Flugplan

Die drei Flugkapitäne dieses Podcasts begrüßen in ihrer kurzen Pilotfolge alle Passagiere persönlich und stellen sich und den Übercast artig vor.

Die erste Folge in voller Länge wird am 11. April 2014 in die Lüfte steigen und das Thema "Wearables" behandeln – also alle Gadgets die man am Körper tragen kann.

Ein Vorblick auf kommende Episoden:

Von Apple bis hin zu jeglicher interessanter Technik wird an Board alles diskutiert werden. Meist zu dritt, manchmal auch mit Gästen aus der Deutschen Technologieszene.

Um die Überbrückungszeit gering zu halten, wird momentan noch auf die einzelnen Profile der Piloten verwiesen:

Sven Fechner

Twitter: @simplicitybliss
Webseite: simplicitybliss.com

Andreas Zeitler

Twitter: @zettt
Webseite: mosx.tumblr.com

Patrick Welker

Twitter: @_patrickwelker
Webseite: rocketink.net

DERUBERCAST

Twitter: @derubercast
Webseite: derubercast.com

Guten Flug!

PS: iTunes-Bewertungen sind auch jetzt schon in höchstem Maße willkommen.