Der Ubercast

Die Beinahekollision im Deutschen Tech-Podcast Luftraum

Bitte halten Sie Ihre Bordkarte bereit, wir beginnen in Kürze mit dem Einstieg. Ihre elektronischen Geräte bitte jetzt einschalten.

Flug #UC011: Auf dem Präsentierteller

Flattr Button

Svens Saal
Link zum Bild: Svens Saal

In dem Bild oben seht ihr schon worum es in diesem Rundflug heute gehen soll. Pre-zen-taht-zion-nähn. Im Übrigen ist das der Raum, an dem Pilot Sven am 27.08.2014 auf dem Podium stand und wo er eine 3-stündige Laudatio auf den Übercast gehalten hat.

PS: Heute gibt's als Giveaway den "MacSparky Presentation Field Guide" von David Sparks.

Überbleibsel

Im Follow-Up gibt es einen kurzen Nachtrag von Patrick zum besten Feature von Together. Dieses hatte er auch schon direkt in den Show Notes zu Episode 9 nachgereicht und wenn ihr 'Leser' hier seit wisst ihr das wahrscheinlich schon.

Da Andreas bei unserem heutigen Thema nicht das übliche Maß an Meckereien unterbringen kann, wird dieses Segment quasi nun vorgezogen und hier in den Überbleibseln zweckentfremdet eingebracht. Heute sind Notifications der Punkt des Anstoßes und damit offiziell auf der Abschussliste: Die mangelnden Einstellungsmöglichkeiten (z.B. global Badges deaktivieren) machen unserem Andreas schwer zu schaffen. Ein Meer an Seufzern flutet durch die Bordanlage. Nun, eigentlich kann man Andreas da nur zustimmen oder bejahend zuseufzen in diesem Falle. Besonders wenn "man" halt mal 100, 200, 300, 400 Apps auf seinem Gerät hat - hust - wird der Gang ins Benachrichtigungscenter zu einem Spaziergang durch den minoischen Palast.

Noch eine Anmerkung zu F.lux von Patrick… und zwar, das es diesen brillanten Helfer auch für iOS gibt… halt nur für Leute mit Jailbreak, aber gut. Hiermit gilt auch dieser Ausnahmefall als erwähnt. Lange Zeit war das der Grund für Patrick einen Jailbreak zu vollziehen. Heutzutage bleibt er im Knast, da der ja mittlerweile offene Gittergardinen hat.

Überschallneuigkeiten

Der Übercast™ ist nun flattr-bar, wie ihr oben an dem formschönen Button bestimmt schon gesehen habt.

Da es "so ein Hübscher" ist, gibt's den hier auch gerade noch einmal, weil es so schön war:

Flattr Button

Bisher angebunden an Flattr sind App.net und Twitter (letzteres immer dann wenn Superfav.de auch online ist :/). Das heißt, wenn alles korrekt und ordnungsgemäß läuft, sollten wir bei einem von euch verabreichten Fav-★ zeitgleich geflattr't werden. Bei Facebook wird das ganze leider nicht per like funktionieren, da Flattr keine Facebook Pages unterstützt. Solltet ihr Instacast nutzen und Flattr dort aktiviert haben, dürften wir automatisch von euch bespendet werden – Gesetzt dem Falle Patrick hat's gescheit eingebunden.

Wollt ihr lieber uns als Autoren flattern, statt die Episode, so findet ihr einen Link(/Knopf) dafür unter Sponsoring… was ja auch eine Art Spende ist.

Die nächste Überschallneuigkeit kommt von Patrick's Vater der sich mit seinen wöchentlichen Emails an den Sohnemann dieses mal selbst übertroffen hat. Hiermit stellen wir euch Emberlight vor – die schlaue Leuchte für Jeden, dem Philips Hue zu teuer ist. Bei Emberlight handelt es sich um einen Aufsatz, welcher zwischen Birne und Fassung geschraubt wird und der dann per Smartphone angesteuert werden kann.

Kompatibel ist das gute Stück mit allen dimmbaren Leuchten. Zu den Features schaut euch am besten die Kickstarter Kampagne an. Nur soviel vorweg: Presets in der Apps gibts und Distanzsensitiv (proximity) ist das gute Stück auch noch.

Kostenpunkt: 2 Stück $89 (später: $115), 3 Stück $139 (später: $165), etc. – mehr auf KückSchtartā.

KFZ = Keynote, Folien, Zuhörer

Bitte bleiben Sie auf ihren Sitzplätzen, schalten alle elektronischen Geräte aus und klappen die Tischablage ein. Die Piloten präsentieren Ihnen gleich frisch von der Startbahn weg die… …

Starterkabel & Über-Tipps

Als Alpha-Präsentator fängt natürlich Sven an. Er empfiehlt "How To Not Throw Up" von Michael Lopp (Rands in Repose).

Michael weißt hier auf klassische Anfängerfehler hin, welche im Übrigen sich oft auch aus reiner Unsicherheit heraus ins Präsentieren so mir nix, dir nix einschleichen können. Zum Beispiel:

  • Zu viele Slides
  • Zu viel Inhalt (meist Text und Bullet Points)

Das ganze frei nach dem Motto:

"Einfach ablesen, dann komme ich schon durch."

Deshalb gibt's im verlinkten Artikel verschiedene Lösungsansätze:

(1) Endlos Üben

Nur durch Repetition und mehrere Probevorträge beginnt man sich die vorbereiteten Slides, deren innewohnende Aussage und den Inhalt, sowie fließende Übergange zum nächsten Punkt, zu merken. Man kann beispielsweise eine Geschichte erzählen. Wenn man dann genug geübt hat, sollte dies auch ohne die Slides klappen. Wichtig ist auch zu lernen sich bei Probeläufen selbst zuzuhören. So kann man sich in die Rolle des späteren Publikums hineinversetzen und Fehler, Ungereimtheiten, wacklige Übergänge, Wiederholungen oder auch sinnentleerte Slides einfacher aufspüren.

Das Präsentieren ist eine Performance, ein Bühnenauftritt. Bei genug Übung geht es nicht mehr darum was man erzählt, sondern wie.

Andreas wirft ein, das oft durch die bösen Deadlines zu wenig Zeit bleibt genau dafür – also für's üben. Sven setzt sofort nach, der er es kennt und liebt, wenn er noch im letzten Moment eine Extra-Slide reingedrückt bekommt.

In kurz: Versuchen Zeit zu finden, um alles zu festigen und auf so auf Fehlersuche zu gehen.

(2) Improvisieren

Variieren, das Publikum einbinden, Energie in den Vortrag packen und auf Überraschungen (von den Zuhörern gespannt sein!). Beobachte wie die Zuhörer reagieren, mache eine kurze Pause und schau Dich um. Lese das Publikum und pass deinen Vortrag an. Langsamer reden, oder schneller, mehr Pausen oder weniger, mehr gestikulieren oder weniger, rumlaufen oder stehenbleiben. Man hat extrem viele Möglichkeiten, ganz davon abgesehen das man Inhalte so oder so im Vortrag variieren kann.

Das alles soll natürlich nicht dazu führen, dass man sich zwangsweise völlig verstellt, was eine Frage von Andreas in die Runde geworfene Frage klärt. Nichtsdestotrotz sollte eine gewisse Grunddynamik nach Patrick schon vorhanden sein und gezeigt werden, denn wenn die Körpersprache und Mimik zu lethargisch anmutet ist das schlichtweg nicht optimal. Man will ja nicht uninteressiert rüberkommen bei deiner eigenen Präsentation, denn das färbt ganz schnell ab.

Ein paar Tipps abseits vom "Alle im Raum sind nackt", welche praktikabel sind:

  • Stell Dir vor Du präsentierst nur einer Person (die zufällig hundert Augenpaare hat), such Dir jemanden und erzähl ihr oder ihm für ein paar Sekunden die Geschichte, dann zum nächsten
  • Benutze Stille aus Stilmerkmal und Ausrufezeichen. Nichts unterstreicht eine Aussage mehr als eine Pause danach. Von 5 runter zählen.
  • Die Leute wollen, dass Du erfolgreich bist. Wirklich. Oder gehst Du zu Meetings/Präsentation um Deine Lebenszeit mit dem Hören schlechter Vorträge zu vergeuden?

Die Planungsphase

Workflowtechnisch ist eine Mindmap bei allen drei Piloten schon einmal der etablierteste Ausgangspunkt. Besonders mit MindNode macht das natürlich noch einmal so viel Spaß und OPML-Dateien können dann von Keynote importiert. Das Skelett der Präsentation steht damit schon einmal.

Sven haut auch noch OmniOutliner dazwischen, um so noch mehr Struktur reinzubringen. Da allerdings im letzten Test von ihm der Keynote Export nicht mehr funktioniert hat und Keynote ’14 (v6.2) sich so oder so beschwert, dass die Datei zu alt sei und man bitte erst mit Keynote ’09 das Machwerk öffnet, fordert er Andreas auf - notfalls mit Hand und Fuss - beim IdeasOnCanvas Team einen Keynote-Export-Knopf zu erkämpfen.

Die OmniGroup hat uns in der Zwischenzeit per Tweet bestätigt, dass der Export noch nicht für die aktuelle Version von Keynote angepasst ist. Vorerst kann man sich aber mit diesem AppleScript behelfen.

PowerPoint

Das liebe PowerPoint ist bei Sven in 80% aller Fälle der "goldene Standard", weil es eben immer noch das dominierende Präsentationsprogramm ist und somit gut für gemeinsames Arbeiten und Austauschen, auch über die Mac/Windows-Barriere hinweg, geeignet ist.

Leider wird es heute nach Svens Aussage zu allem möglichen missbraucht, da Leute offensichtlich öfters vergessen, dass sie noch andere Programme installiert haben — z.B. Pages oder Word und dann am Ende weder Font noch Bilder integriert sind.

Keynote nutz Sven natürlich lieber, aber eben nur für Präsentation, die entweder wirklich nur er selbst bearbeitet oder die als PDF geteilt werden müssen, bzw. für Side-Projects bestimmt sind.

Was noch anzumerken bleibt: Der Keynote Export nach PowerPoint ist zwar sehr gut, aber nicht perfekt.

Tipp-Exkurs mit Sven F.

  • Auf das Publikum abstimmen und eine "Geschichte" erzählen (The Art of Storytelling)
    • Bei jeder Präsentation geht es um das Publikum und nicht um den Presenter! Ego ablegen und sich genau überlecken was, bzw. welchen Aspekt das spezielle Publikum abgedeckt sehen möchte. Was "bewegt" es, was lässt es klar und was ist im wichtig oder scheißegal. Wie viel Vorwissen darf man annehmen?
  • Warum mehr als 10-15 Slides selten funktionieren
    • Aufmerksamskeitsspannen sind unglaublich gering. Wenn man die Leute nicht gleich in den ersten 5 Minuten, bzw. 3 Charts "hat" bekommt man sie meist nie.
  • Eine (!) Aussage per Slide!
    • Klar planen: Was ist die eine Sache, die ich möchte das die Zuhörer von diesem einen Slide mitnehmen? Machen alle Aussagen aneinander gereiht (sowie sie in der Präsentation sind) Sinn?
  • Die "5x5x5" Regel
    • 5 Slides in der Präsentation (ohne Titel/Ende), 5 Bullets per Slide, 5 Worte per Bullet.
  • Bilder, Worte und so weiter
    • Bilder sinnvoll nutzen. Copyrights beachten.
  • Augen auf bei Diagrammen und Charts
    • Gute Diagramme, Charts und Datenillustration sind unglaublich mächtig in Präsentationen. Schlechte hingegen führen schnell zu einem "Rathole" und unterminieren unter Umständen die gesamte Kredibilität.
  • Kopierte Slides
    • Am besten immer die eignen Slides verwenden. Jeder hat einen anderen Gedankengang und fokussiert eine andere Aussage, wenn er Slides erstellt. Wenn man dann einfach Slides zusammen kopiert ist meistens die Storyline und die Aussagen weg. Im schlimmsten Fall sieht man das Slides (auch rein optisch) aus anderer Hand stammen.
  • Zum Thema verstecke Slides oder Backup-Slides
    • In 95% der Fällen nie gebraucht. Weglassen, bzw. in separater Datei ablegen. Besser planen!

Probelauf-Strategien

Je nach Größe der Präsentation richtet Andreas seinen Vorbereitungsaufwand aus. Für die Barcampfreunde übt er wenn's hochkommt ein, zwei Mal mit der Katze, für die Million-Dollar-Verträge geht's intensiver zur Sache und die Freundin muss mehrfach den Gehörgang hinhalten.

Sven übt am liebsten mit sich selbst und läuft dabei die zig Quadratmeter der Präsidentensuite im jeweiligen Grand Hotel wo er gerade die Zelte aufgeschlagen hat ab.

Wie wichtig es ist, alles zu genüge geübt zu haben, zeigt Svens Beispiel als die Beamer-Birne nach 5-Minuten geplatzt ist und kein Ersatz auf die Schnelle da war: Blank und ohne Slides präsentieren. Das kann nur ein wahrer Podiumspilot.

Tipp-Exkurs mit Patrick W.

  • Keine Notizzettel - Augenkontakt und freies Reden
  • Sobald du alles kannst, übe die Präsentation. Das ist nämlich eine andere Baustelle. Möglichst vor echtem Publikum. Lass dir Feedback geben.
  • Mit dem Equipment vertraut machen, wenn möglich 1 Tag vorher proben ob alles geht
  • Die Zuhörerschaft kennen und passendes Material aussuchen.
    • Risikofreude abwägen. Pro Risiko sein, für mehr Attention. Und… Sich selber nicht zu ernst nehmen.
    • Apropos: Das passende Material ist essentiell. Ein Bild kann mehr als Tausend Worte sagen und eine ganze Geschichte erzählen.
      • Ein einprägsames Bild mit der passenden Erklärung bleibt dem Publikum auch leichter im Kopf hängen.
  • Eine kohärente Geschichte erzählen. (siehe ↑)
  • Kurz und klar, statt lang umschweifend und meist noch zu schnell alles erklären zu wollen.
  • Meist ist es unnötig das Thema vorher ausgedehnt anzusagen.
    • In der Uni trotzdem ganz hilfreich, vor allem bei den berühmten Kursen, wo man jede Stunde 2 Präsentationen hört und "das dann der ganze Kurs ist" (… ne Schande).

Michael Lopp Exkurs

Sven hat ein paar weitere Schmuckstücke aus dem Rands in Repose Fundus herausgefischt und annotiert. Diese wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Out Loud

Wie man eine mitnehmende Präsentation plant und übt erklärt Michael Loop

  • Dinge laut vorsprechend üben — merkwürdig (zumindest am Anfang), macht aber einen Riesen Unterscheid
  • Präsentation oder Rede? Vergleiche Steve Jobs’ Standford Rede mit einer Präsentation anlässlich einer Apple Keynote
  • Komplette Planung in der Präsentationssoftware seiner Wahl stellt sicher, dass es eine Präsentation wird und kein Buch oder Artikel
  • Für mehr Gedanken während der Planung und später die Präsentationsnotizen verwenden
  • Einmal Disaster, bitte: Grobe Präsentations-Outline präsentieren. Man bekommt ein Gefühl für den Fluss (oder eben nicht), "hört" sich die Geschichte erzählen und entwickelt Vertrautheit mit Inhalte und Aussage
  • Üben, durchgehen, üben: Ehefrau -oder mann, Freund oder Freundin, Kollege oder Kollegin oder notfalls ein Baum im Wald
  • Reduzieren soweit es geht; Bilder statt Text-Slides wo es geht
  • Stellen mit Publikumsinteraktion bewusst in den Fluss einplanen
  • Teilnahme als Akzentuierung bestimmter Aussage der eignen Präsentation
  • Handzeichen oder ähnliches müssen nicht immer sein, manchmal reicht auch eine provokative Frage, die jeder im Publikum für sich selbst im Kopf beantwortet (Lange Pause nach der Frage lassen)
  • Regel: Das Publikum wird Dich immer überraschen
  • Gib dem Publikum was zum Mitnehmen — es kann so einfach wie ein "Zusammenfassung"-Slide sein

Keynote Kung-Fu I

  • Keynote für optimale Arbeitsabläufe anpassen
  • Raster und Hilfslineale richtig einstellen
  • Was ist wo in den verschiedenen Paletten
  • Slidedeck organisieren
  • Übergänge zwischen einzelnen Slides

Keynote Kung-Fu II

  • Das richtige Theme auswählen
  • Themes anpassen
  • Outlinen, planen und strukturieren im Slide Navigator
  • Design-Fallstricke im Umgang mit Master-Slides
  • Fluss der Geschichte synchron mit Fluss der Slides
  • Interaktive Navigationselemente auf den Slides
  • Funktionen im Präsentationsmodus
  • Persönlich soll es sein: "Ein Teil von Dir", nicht ein Teil des Slides

Große Teile der Artikel beziehen sich auf ältere Keynote Versionen, sind aber im wesentlichen — nach Anpassungen — auch für die aktuelle Keynote Version gültig.

Sozi, Prezi, Brezel backen. Alles in den Präsentationskoffer packen.

Keynote und Powerpoint sind veraltet. Nach Patrick's Ansicht heißt es "Slideshows waren gestern", denn mittlerweile ist die Zeit der "Zoomenden Präsentationen" angebrochen ist. Andreas führt auch sofort den Fachbegriff Kinetic Typography ein, der ihm als Videoprofi natürlich geläufig ist. Damit ist nach Patrick's Meinung halt einfach mehr möglich… und vor allem schöner.

Einwurf von nach der Sendung: Patrick hat das Internet natürlich sofort nach dem neuen Stichwort durchstreift. Was er festgestellt hat ist, dass die Animationen in der Tat eher in der Videobranche zu finden sind und für Präsentationen viel zu schnell, hektisch und reizüberflutend wirken. Kurz, keine Wunder erwarten, sondern selbst mit der sparsam editierenden Hand zu werke gehen.

Falls ihr von Kinetic Typography oder Prezi noch nie etwas gehört habt, gibt's jetzt eine kleine Einführung.

Wie darf ich mir das vorstellen?

Im Gegensatz zu traditionellen Slideshows, wird hier eine Art Poster angelegt. Bester Ausgangspunkt ist meiner Meinung nach eine Mindmap. Dann kann man sich überlegen wie man die einzelnen Punkte auf's Post bringt und mit Grafiken und Typographie unterstreicht.

Kurz: Es handelt sich um eine völlig freies, grenzenloses Layout.

Wenn man so eine Präsentation abspielt, sorgen eine vordefinierte Serie an Transitionen, Zooms und Rotationen dafür, dass das nächste wichtige Element (also in Altdeutsch, die nächste Slide) in den Fokus rückt.

Das wohl populärste unter diesen Nicht-nur-Slides Präsentationsprogrammen ist Prezi. Lasst mich das mal kurz vorstellen.

Features
  • 3D Zoom-Effekte
  • bei der Bezahlversion von Prezi auch offline
  • Collaborate in real-time
  • Präsentation in Webseiten einbinden
  • Online teilen
  • Automatischer Sync von Präsentationen zum iPad/iPhone
  • Nicht zuletzt: zig tausend Präsentationen online auf welche man zugreifen kann und welche man abändern kann für die eigenen Zwecke

Das hört sich gut und spannend an. Ist es auch. Natürlich sollte man es mit den Drehungen nicht übertreiben, sonst wird den Zuschauer schlecht.

Aber wie und warum man Effekte sparsam einsetzen sollte, dazu kommen wir noch später. Denn wenn man es übertreibt mit solchen grafik-orientierten Powertools, dann bleibt von der Präsentation nichts als seekranke Zuschauer übrig die von der Effekthascherei abgelenkt ihr zombifiziertes Dasein fristen. Das wollen wir nicht. Also, Apple Werbung noch einmal anschauen, schwarz-weiß und minimalistisch bleiben.

Preis

Wie bei GitHub: öffentlich = kostenlos. Da ist dann aber auch das Prezi-Logo mit drauf.

Enjoy-Lizenz
  • $4.92/Monat bzw. $59 pro Jahr
  • Prezi-Logo entfernt
  • kann von öffentlich auf privat gesetzt werden

Für Studenten gibt es diese Variante kostenlos.

Pro-Lizenz

Das wichtigste Feature (ohne das ich Prezi nicht nutzen würde): Offline speichern.

  • $13.25/Monat
  • $159 pro Jahr
  • Gruppenlizenzen für Unternehmen erhältlich

Also bei uns am Campus geht das WLAN hin und wieder nicht. Deshalb würde ich mich nie auf eine reine Onlinelösung verlassen. Leider ist mir für die paar Präsentationen an der Uni der Preis für die Pro Version zu teuer, ABER…

Die kostenlose Alternative: Sozi

Vorab: Der Preis von "kostenlos" ist hier, dass es keine 1-2-3 Installation. Also… weiß Gott keine. Das ist richtig kompliziert bis alles mal läuft.

Wenn es dann läuft ist es auch lange nicht so komfortabel wie Prezi.

  1. Inkscape installieren. (Freeware Version von Adobe Illustrator)
  2. Der etwas älteren Anleitung (für Mountain Lion) hier folgen und auch die verlinkten Kommentare lesen - ohne geht's nicht.

Das war zumindest mein Leidensweg. Dann habt ihr in ein Vektorprogramm in dem ihr mittels Sozi Rechtecke über eure wichtigen "Slides" bzw. Elemente ziehen könnt und einen Übergang von Element zu Element auswählt.

Mittlerweile gibt es auch eine Extension für SVG-Edit. Ist vielleicht einfacher als der Inkscape weg. Keine Ahnung. Ihr seid da euch überlassen, denn ich bin froh, dass es rennt.

Wenn es läuft, habe ihr den Wow-Factor auf eurer Seite. Die generierte SVG Datei läuft auch auf jedem modernen Browser (offline). Ihr seid somit kompatibel zu allem.

Tipp:

  • Es gibt viele Seiten die kostenlose Vektorgrafiken anbieten (z.B. vectezzy.
  • Don't overdo it.
  • Für nicht so wichtige und kleinere Präsentationen gibt es mittlerweile ein paar sehr schöne Markdown Tools die wir euch auch noch kurz vorstellen werden.

Ein Wort der Warnung

Wie sich in der Show noch einmal ganz deutlich herauskristallisiert hat nach Andreas seiner Kritik, ist Prezi/Sozi/Wasauchimmer auch keine eierlegende Wollmilchsau und hat seinen Anwendungsbereich ganz klar eher im kreativeren Bereich bzw. überall dort wo man es gefahrlos auch mal optisch krachen lassen kann (… ohne es auch hier zu übertreiben).

Jenseits von Keynote und PowerPoint

Bei den vielen Flügen rund um die Welt hat Der Übercast natürlich mehr als nur die Standards kennengelernt. Hier eine kleine Auswahl nützlicher Helfer und Alternativen.

Was tun, wenn die grafischen Mittel nicht ausreichen? Das fragt man sich ab und an. Unser Profi für's bewegte Bild hat die Antwort haut bei den wichtigen Präsentationen auch mal voll auf die Wurst und schießt mit Motion und Final Cut auf die nichts-ahnende Zuhörerschaft die sich von seinen Screencasts (und iOS Screencasts für den App Store) verzücken lassen will.

Besonders dankbar ist Andreas für Claquette, eine App die hochauflösende Bildschirmaufnahmen macht und diese sofort an Final Cut weiterreicht. Ansonsten tut's Air Server auch.

Zudem findet Andreas auch die klassische schwarze Slide ohne Alles mal ganz gut, um einen Punkt doppelt zu untermauern (<== data-preserve-html-node="true" Pro-Tipp).

Sven nutzt gerne mal OmniGraffle für den grafischen Wumms. Seine Machenschaften: Komplexere Diagramme. Die gehen hier richtig sanft vom Webstuhl und überhaupt viel besser als das mit PowerPoint oder Keynote zu versuchen. OmniGraffle Pro hat auch einen Präsentationsmodus und kann bei Bedarf auch als vollwertige Präsentationssoftware genutzt werden.

Für den Fall, dass es mal nicht so laut auf dem Bildschirm werden soll ist die Lieblingsalternative von Andreas MindNode. Zweige einklappen und peu a peu ausklappen. Fertig.

Wenn's bei Patrick mal schnell gehen soll, hat er seine Markdown Notizen früher noch mühsam mit einer dieser Alternativen flott an den Start gebracht:

ABER: Heute gibt es ja Deckset für den Mac, welches seine Wurzeln wohl hier hat.

Gerade für nicht so wichtige und kleinere Präsentationen ist das eine super Sache. Einziger Kritikpunkt von Patrick: Die App kann leider keinen HTML/JS Export, so das die Slideshow auch Notfalls auf einem PC im Browser abgespielt werden kann.

Wenn ihr auch Deckset nutzt und so ein Feature super fändet, schreibt oder twittert dem Support doch einfach mal.

Die Kontinuität von Animationen und warum sparsam cool ist.

Zu viel Bewegung lenkt nur ab von der eigentlichen Nachricht und Patrick hat wohl auch schon Leute gesehen, denen es richtig schlecht wurde bei Präsentationen und die den Saal dann verlassen mussten (ganz wie die Leute die bei iOS7 am Anfang unter "Motion Sickness" gelitten haben).

Als Hardliner findet Pilot Patrick auch man sollte nie mehr als 2 (höchstens 3) verschiedene Transitionen nutzen. Dies sorgt für Konsistenz und Homogenität. Alles andere ist meist unnötige Effekthascherei, denn wie wir schon festgestellt haben: Die Rede sollte den Effekt haben, nicht die eingebauten Transitionen und Gimmicks.

Die besten Transitionen sind die Einfachsten wie Andreas feststellt. Er und Patrick sind dissolve, appear und disappear Fans.

Kurz: Eine einfache Blende, sollte bei Slideshows mit mehr als 10 Seiten euer Bild dominieren. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Patrick hat mal eine Familienduell Keynote Präsentation gemacht die quasi ein Wild-West Theme und Thema hatte. Da es ein Quiz war, hatte dort viel interaktive Sachen integriert, wie zum Beispiel ein verschwommenes Bild das immer klarer wurde mit der Zeit. Ein anderes Beispiel für mehr FX war eine typografisch ausgelegte Keynote für ein Filmseminar in welcher auch ein interaktives Video zusammengepuzzelt werden konnte, in dem man dann beim Klick auf einen Gegenstand einen anderen Handlungsverlauf forcieren konnte.

Wir halten fest: Mit Keynote geht schon einiges und bei kreativen Sachen kann man natürlich auch je nach Publikum auch mal 200% mehr Spielen als in den üblichen Präsentationen.

Genau zu dem Thema noch drei Zitate von Andreas…

Animationen sind dann sinnvoll, wenn sie das Gesagte unterstützen.

So viel wie möglich, so wenig wie nötig.

Minimalismus ist der Weg zum Erfolg (Beatles).

… und einen Link bei dem die Redaktion nicht wusste wohin sonst mit ihm.

Beim Punkt Minimalismus führt Sven noch an, dass er auch manchmal ganz bewusst eine Back-to-the-Basics Präsentation ausschließlich mit dem iPad und 'nem Lightning Kabel-Adapter fährt.

Vorbereitungen vor der Präsentation – Beamer Up, Scotty

Hier mal eine abgespeckte Liste von Sven, woran man so alles denken muss:

  • Präsentation am Besten auf zwei (verschiedenen) Laptops — dem eignen und dem vom Kollegen
  • Backup der Präsentation auf USB Stick dabei
  • Backup der Präsentation auf Dropbox oder ähnlichem Cloud-Speicher
  • Immer auch ein PDF mit sichern
  • Thunderbolt-VGA/HDMI Adapter (bei Mac Präsentation)
  • Ligthing-VGA/HDMI Adapter (bei iPad Präsentation)
  • Ggf. externen Bluetooth Speaker (bei Musik oder Videos)
  • Bluetooth "Clicker" (kann für iPad und Mac verwendet werden), z.B. Kensington K39524EU, oder USB "Clicker" für Mac, z.B. Logitech R400 Presenter, schnurlos
  • Keynote Remote auf iOS ist nicht empfehlenswert, da es oft zu Netzwerkproblemen in fremden Umgebungen kommt
  • Wenn möglich am Abend davor oder am frühen Morgen Kompatibilität mit Projektor/Display und Soundanlage testen, spätestens aber 15 Minuten vorher

Apropos testen, "Fixing Your Boring Slides" von Michael Lopp ist auch einen Klick wert, um auf Nummer sicher zu gehen:

  • Is all of the usable space on your slides being displayed correctly.
  • Do the colors look right?
  • Are your fonts loaded correctly? — Idealerweise ein Bild der korrekten Font direkt neben eine Textbox, die dasselbe Wort in "echter" Font darstellt, setzen
  • Is the aspect ratio correct on your slides? (Hint: if the circle isn’t a circle, it’s not)

Hier eine erweiterte Version der Test Slide, im Original von Tim Brown und als Keynotedatei zum Direkt-Download für euch.

Die Kunst des Präsentieren

Wie Andreas gleich anmerken wird, es mag sich stellenweise so anhören, als wäre wir die Götter auf dem Podium. Dem ist natürlich nicht so (bis auf Sven… der kann's einfach). Wenn sich das so tatsächlich so anhören sollte, als wären wir auf 'nem höheren Höhenflug als sonst, dann hat das den einfachen Grund, dass wir die Sendung heute auf 12.000 Höhenmetern aufzeichnen anstatt der üblichen 8.000 m. Zum anderen haben wir bis zu dieser Episode hin wahrscheinlich genug Fehler für alle Podcaster zusammen gemacht was das Präsentieren angeht.

Haltung, Hände, Stimme & Augenkontakt

Doktor Fechner empfiehlt:

  • Wenn man es ernst meint: Schauspielunterricht (zumindest ein bisschen)
  • Hände in der Tasche, auf dem Rücken oder gestikulieren — das sind Feinheiten, über die man sich erst Gedanken machen muss, wenn man ein bestimmen Level erreicht hat
  • Laut und deutlich sprechen — daran hapert es bei den meisten
  • Möglichst viel Augenkontakt suchen (Schmetterlingstrick) und nicht auf die Projektion der eignen Slides starren (die sollte man schon kennen!)

Was tun bei "Faden verloren" & Co.?

An dieser Stelle die beliebtesten Anti-Blackout-Rezepte:

  • Bei Aussetzern nie entschuldigen oder auf die Fehler hinweisen.
  • Bewusst an dieser Stelle eine Pause machen und sich einfach versuchen wieder zu sammeln.
  • Ähnlich der Pause: Eine "Order" ans Publikum geben, das Gesagt noch einmal zu verinnerlichen oder selbst das Publik nach Fragen fragen.

Merke: Fehler fallen meist nie auf. Also am besten den Rand halten und fortfahren.

Noch ein Pro-Tipp zum Thema Pause von Sven: Die geheime B Taste. Wenn eine Diskussion oder längere Interaktion mit oder unter dem "Publikum" startet, die B-Taste (für Black-out) drücken so dass sich die Teilnehmer aufeinander konzentrieren und nicht weiter das Slide anglotzen.

Andreas setzt sofort mit der H-Taste nach. Mit dieser wird die Keynote-Präsentation versteckt und man kommt zum normalen OS X Bildschirm zurück. Wenn man wieder auf Keynote klickt, ist man sofort wieder in der Präsentation an der letzten Stelle.

200 Puls gibt's bei Sven bei folgendem Kardinalsfehler: Slide überspringen!

Warum waren sie dann überhaupt in der Präsentation? = Schlechte Planung! (Sven F. aus S.)

Ein besonderes Schmankerl hat dieses Mal Sven für euch vorbereitet: Die exklusive Der Übercast Präsentations-Checkliste in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen (OmniOutliner, OPML, PDF).

Uber-Checklist
Link zum Bild: Uber-Checklist

DOWNLOAD

Externe Links passend zum Thema:

Unsere Picks - Interessantes aus der Fundgrube

Givaway

Was gibt es abzustauben???

ACHTUNG! Diese Lizenzen sind nur einlösbar in einem US Account. Bitte also nur teilnehmen, wenn das okay für euch ist.

Wie nehme ich teil?

(1) Hört euch den Flug UC#011 an

(2) Werdet sozial aktiv:

Auf allen sozialen Netzwerken findet ihr einen speziellen Post zu unserem Gewinnspiel. Es gilt diese frohe Botschaft zu verkünden.

  • Es reicht sich ein soziales Netzwerk auszusuchen, dem Übercast dort zu folgen.
  • Auf Facebook den Beitrag teilen und liken
  • Oder auf Twitter den entsprechenden Tweet retweeten
  • Es geht sogar bei Google+ plusen und sharen
  • Oder bei App.net reposten

Mit diesen zwei Schritten seid ihr im Pool und vielleicht einer der glücklichen Gewinner. Klar, wenn ihr auf mehreren Netzwerken aktiv werdet, so steigert ihr damit auch eure Gewinnchancen.

Teilnahmeschluss ist Mittwoch, der 10. September 2014 (12:00 Uhr).

Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt während Flug UC#012 (VÖ Freitag, der 12. September). Des weiteren werden die Sieger natürlich auf ihrem jeweiligen Sozialen Kanal - ob das nun Facebook, Twitter, Google+ oder App.net ist - kontaktiert und informiert.

Möge die Lottofee mit euch sein.

Hier noch ein paar Links für das Wechseln in den eventuell vorhandenen US-Account – mehr Schützenhilfe gibt's aber wirklich nicht in diesem Sonderfall:

Flug #UC010: Klein, aber essentiell — Mac Helferchen

Wir machen uns in Folge 10 über einen rein hypothetisch leeren Mac her und verkünden, was die Bare Essentials sind die jeder installieren muss. Da wir natürlich nicht alle gleich ticken, werden darauf hin ein paar individuelle Extras aufgezählt, welche jeder von uns mental als essentiell abgespeichert hat.

 

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Flug #UC009: Tower an Git, bitte committen!

Als Pilot braucht man eines ganz bestimmt: Einen Tower der einem sagt was Sache ist. Deshalb haben wir diese Woche den fournova Chef Tobias Günther zu Gast. Als fournova CEO führt er nämlich einen Tower. Dieser ist zwar nicht für Flugzeuge gedacht, sondern für Git, zeitgleich nutzt er im Cockpit eigentlich nix außer man sitzt am Steuer eines Macs. Im Großen und ganzen passt das also super und deshalb ist Tobias unser Gast und Git-Guru, der zu eben diesem Thema gerne Rede und Antwort steht.

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Flug #UC005: Von Bananenpalmen und Betriebsystemen

Ja liebe Passagiere, sie sitzen im richtigen Flugzeug. Beim heutigen Intro handelt es sich um eine ubercast-interne Testnachricht des neuen Features in der Nachrichten App (Hinweis: Soundaufnahme). Talentscouts im Schlagerbereich können gerne Emails an Patrick Welker senden. Die restlichen Passagieren wenden sich bitte an die Stewardess um mit Mullbinden und Beruhigungstropfen von der Bordapotheke versorgt zu werden. Nach dem Schocker nun back to business: Der heutige Flug führt unser Passagierflugzeug über nach Kalifornien, wo wir über San Francisco Kreise ziehen, um dort die Apple Worldwide Developers Conference zu belauschen.

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Flug #UC003: Frisch Geströmtes aus der Bordküche!

Heute wird euch eine lakonische Crew präsentiert, welche zu allem Überfluss konsequent übernächtigt daherkommt, da in den Vornächten drei Vollmondflüge anstanden. Nun ja, bis auf Andreas, denn der ist das blühende Leben. Die Diskussion, oder der Versuch einer selbigen, geht um Audio- und Video-Streamingdienste, die es in Deutschland gibt oder auch nicht.

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Flug #UC001: Das elektronische Sensorik-Piercing

Boarding abgeschlossen, Tür geschlossen und Startfreigabe erhalten: "Der Übercast" hebt ab mit seiner erste Folge. Eure Besatzung vom Flugdeck diskutiert "Wearables". Ein Überblick über den aktuellen Markt, was ist, was nicht ist und was noch sein kann. Andreas übernimmt die Rolle des kritischen Bordmechanickers und fragt sich was das denn alles überhaupt soll.

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